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Wer von ihnen wird CSU-Chef? Markus Söder, Alexander Dobrindt und Manfred Weber könnten Horst Seehofer beerben.

Dobrindt, Weber und Söder im Gespräch

Nachfolger von Horst Seehofer: Wer von ihnen wird CSU-Chef?

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Die Frage der Nachfolge von Horst Seehofer als CSU-Parteichef wird nicht erst seit gestern diskutiert. Immer wieder werden dann die drei hier aufgelisteten Herren genannt.

München - Alexander Dobrindt (48), Landesgruppenchef und Verkehrsminister, gehörte auf jeden Fall zum engeren Kreis der möglichen Nachfolgekandidaten. Dass er selbst Parteichef werden will, ist kein Geheimnis. Vielleicht aber hat sich der Strippenzieher verkalkuliert.

Seine bisher starke Rolle in der CSU zeigte sich auch an einem der vielen kritischen Ereignisse der letzten Zeit. Als Horst Seehofer während der Unionskrise um die Asylpolitik eines Nachts mit Rücktritt drohte, hielt Dobrindt ihn davor zurück. Sah er seine Zeit noch nicht gekommen, nach dem Vorsitz zu greifen?

Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef hat den Ehrgeiz.

Seehofer schätzt seinen ehemaligen Generalsekretär, der gerne zu scharfen Worten greift („Anti-Abschiebe-Industrie“, „konservative Revolution“) sehr, traut ihm alles zu. Inzwischen dürfte eine Unterstützung von Horst Seehofer allerdings in der Partei nicht mehr positiv ins Gewicht fallen, eher im Gegenteil. Dobrindt geriet nach der Bayernwahl auch in seiner Berliner CSU-Riege selbst in die Kritik. Professor Oberreuter stellt fest, dass der Ex-General „von vielen mit verantwortlich gemacht wird für das Berliner Desaster. Dobrindt hat sich in der Auseinandersetzung eher verschärfend als beruhigend eingesetzt.“ Ein solcher Kandidat sei wohl eher nicht geeignet, die Partei gelassen und weitsichtig zu führen.

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Alles in einer Hand mit Söder

Markus Söder (51), der Horst Seehofer mit aller Kraft aus dem Amt des Ministerpräsidenten gedrängt hat, gilt als quasi natürlicher Kandidat für dessen Nachfolge auch an der Parteispitze. Scharf auf den Posten an der CSU-Spitze ist der Nürnberger dem Vernehmen nach aber nicht. Bisher hatte dieDoppelspitze mit Seehofer für Söder den Vorteil, dass er in „dem Horst“ einen Sündenbock für das erwartete schlechte Ergebnis bei der Landtagswahl hatte. Nicht ganz fair, meint Politikexperte Prof. Heinrich Oberreuter, hatte Söder bis zum Sommer im Streit mit Merkel doch fleißig mitgemacht, als es um Asylpolitik ging. „Dann hat er festgestellt, dass dieses Verhalten demoskopisch schädlich ist, und sich in einer Kehrtwende von der Debatte verabschiedet.“

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Söder wolle zwar den Parteivorsitz nicht, aber am Ende „bleibt ihm vielleicht nichts anderes übrig, als ihn zu übernehmen“. Grund: „Wenn man die beiden Posten trennt, schafft man ein zweites Machtzentrum.“ Andererseits müsste Söder als CSU-Chef und Ministerpräsident gleichzeitig die Koalitionen in Berlin und in München führen – und er habe bisher keinerlei Faible für die Bundesregierung gezeigt. CSU-Kenner Oberreuter hält Söder an der Parteispitze folglich für „eine wahrscheinliche, aber nicht die allerbeste Lösung.“

Markus Söder (51). 

Liberaler Weber: Europa und/oder CSU 

Zuletzt hat die scheidende Landtagspräsidentin Barbara Stamm den Europapolitiker (seit 2004) Manfred Weber (46) als Nachfolger von Parteichef Horst Seehofer vorgeschlagen. Seehofer will vor Personalentscheidungen zum einen die Koalitionsverhandlungen in München abwarten, zum anderen die Kür seines Vize Weber zum EVP-Spitzenkandidaten für die Europawahl. 

Die Frage ist bei dem Niederbayern Weber, dem in der Vergangenheit öfter Interesse am Parteivorsitz nachgesagt wurde, ob er diesen Posten als EVP-Spitzenkandidat in Brüssel bzw. Straßburg zeitlich bewältigen könnte. Oberreuter hat seine Zweifel. „Andererseits hört man immer wieder, gerade weil Weber in Europa eine hervorgehobene Position hat, käme er als Parteichef infrage.“ Geht die Europawahl positiv für die EVP aus, könnte Weber ja sogar Nachfolger von Kommissionschef Jean-Paul Juncker werden... „Die Spielkarte Weber ist eine sehr vielschichtige“, rätselt Oberreuter. Höchst fraglich auch, ob Ministerpräsident Söder mit einem ausgewiesenen Liberalen und Merkel-Versteher an der Parteispitze auskäme.

Manfred Weber (CSU), Fraktionsvorsitzender der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP).

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