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Keine Pause, Front-Erfahrung, heikle Personalie: Doch Baerbock startet schon nächste Mission

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Von: Patrick Mayer

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Außenministerin im Dauereinsatz: Annalena Baerbock (Die Grünen).
Außenministerin im Dauereinsatz: Annalena Baerbock (Die Grünen). © IMAGO / photothek

Nach ihrem Ukraine-Besuch stehen für Außenministerin Annalena Baerbock direkt erste Nahost-Friedensgespräche an. Die Grünen-Politikerin gönnt sich keine Pause. Der News-Ticker zur Israel-Reise.

München/Berlin - Sie wird von den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland unter den Regierungsmitgliedern am meisten wahrgenommen: Außenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen)*. Das besagt zumindest eine Forsa-Umfrage für das „Trendbarometer“ von RTL und ntv. In der Tat: Die 41-Jährige reist von einer heiklen Mission zur nächsten. Gerade erst war sie von ihrem Front-Besuch in die Krisenregion am Donbass in der Ukraine zurückgekehrt.

Zwischendurch baute sie im Auswärtigen Amt in Berlin noch eine polarisierende Personalie ein. So machte Baerbock kurzerhand die frühere Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan zur Staatssekretärin für Internationale Klimapolitik. Man könnte auch sagen: Annalena Baerbock* macht ernst. Und sie gönnt sich dabei offensichtlich keine Pause.

Nahost-Reise von Annalena Baerbock: Außenministerin besucht Israel, Jordanien und Ägypten

Denn: Jetzt will die Ressortleiterin bei ihren Antrittsbesuchen in Israel, Jordanien und Ägypten auch noch neuen Schwung in den seit Jahren stockenden Nahost-Friedensprozess bringen. „Auch wenn der Nahostkonflikt für viele eine schon immer da gewesene Krise ist, können wir ihn nicht als Status Quo akzeptieren“, erklärte die Grünen-Politikerin am Mittwoch (9. Februar) vor dem Abflug zu ihrem Antrittsbesuch im Nahen Osten: „Jeder Mensch hat ein Recht auf Hoffnung - vor allem die Hoffnung auf Frieden.“ Sie begrüßte, dass es mit der neuen israelischen Regierung Annäherungsschritte zwischen Israelis und Palästinensern gegeben habe.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Hoffnung.

Außenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen)

Zugleich versicherte die deutsche Außenministerin: „Wir stehen zu unserer besonderen historischen Verantwortung für die Sicherheit Israels und werden dafür auch weiter solidarische Beiträge leisten.“ Zum Auftakt ihrer dreitägigen Antrittsreise in den Nahen Osten will Baerbock an diesem Donnerstag (10. Februar) die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besuchen. Dort will die Niedersächsin zum Gedenken an die von Nazi-Deutschland ermordeten sechs Millionen Jüdinnen und Juden einen Kranz niederlegen.

Nahost-Reise von Annalena Baerbock: Außenministerin führt Gespräche in Palästinensergebieten

Im Anschluss sind Gespräche mit Außenminister Jair Lapid, Ministerpräsident Naftali Bennett und Staatspräsident Itzchak Herzog geplant. Am Nachmittag kommt Baerbock in den Palästinensergebieten mit Präsident Mahmud Abbas und Außenminister Riad Malki zusammen. Das Treffen findet in Ramallah im Westjordanland statt.

Die Vertreterin der Ampel-Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD)* verrichtet ihren Job, auch entgegen der Seitenhiebe, die es bisher gab. So hatte etwa Tagesspiegel-Redakteur Christoph von Marschall im ZDF-„Morgenmagazin“ ein Foto von Annalena Baerbock in der Ukraine* mit den Worten kommentiert: „Dieses Bild ist wirklich ein bisschen entlarvend. Man sieht ja deutlich, dass diese junge Dame, die unsere Außenministerin ist, sich in dieser Situation nicht besonders wohlfühlt.“

Im Video: Annalena Baerbock - Mit Schutzhelm und Weste im Ukraine-Krisengebiet

Doch: Nach dem Front-Besuch Baerbocks in Schutzhelm und mit kugelsicherer Weste, steht für sie bereits der nächste Trip in eine Krisenregion an. Noch am Donnerstag wollte Baerbock weiter nach Jordanien fliegen, am Samstag stehen Gespräche in Ägypten auf ihrem Programm. Mit Blick auf den Friedensprozess erklärte die Ministerin, Jordanien und Ägypten spielten als direkte Nachbarn und älteste Friedensvertragspartner Israels eine besondere Rolle. Sie wolle sondieren, „wie wir weitere Schritte in Richtung auf einen Friedensprozess gemeinsam unterstützen können“. Der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern liegt seit 2014 weitgehend brach. Baerbock bekräftigte, dass Deutschland auch unter der neuen Bundesregierung zum Ziel einer verhandelten Zweistaatenlösung stehe. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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