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Angela Merkel findet die Nationalhymne sehr schön.

Nach Ramelow-Forderung

Braucht Deutschland eine neue Nationalhymne? Das sagt Merkel

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen. Vor allem der Gedanke an die Nazis lasse ihn beim Singen des „Lieds der Deutschen“ nicht los.

Update vom 10. Mai 2019: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schließt sich der Forderung nach einer neuen Nationalhymne nicht an. „Die Bundeskanzlerin findet unsere Nationalhymne sehr schön, in Musik und Text“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich zuvor für eine neue Hymne ausgesprochen. Viele Ostdeutsche stimmten die Hymne in der Öffentlichkeit nicht an, sagte er zur Begründung. Merkel ist in der DDR aufgewachsen.

Bei der Nationalhymne handelt es sich um die dritte Strophe des „Lieds der Deutschen“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben („Einigkeit und Recht und Freiheit“). Zur Wendezeit gab es den Vorschlag, die „Kinderhymne“ von Bertolt Brecht als Nationalhymne für das wiedervereinigte Deutschland zu wählen.

Ramelow wünscht sich neue Nationalhymne - es hagelt Kritik

Update 17.40 Uhr: Ramelows Amtskollegen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - Michael Kretschmer, Reiner Haseloff (beide CDU), Dietmar Woidke und Manuela Schwesig (beide SPD) - widersprachen unisono. Die Debatte über eine neue Hymne sei überflüssig und ein falsches Signal.

Thüringens CDU-Chef Mike Mohring warf dem Linke-Politiker eine unerträgliche „politische Bilderstürmerei gegen ein Symbol der Bundesrepublik Deutschland“ vor. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) befand: „Er schwächt mit seinem Vorschlag die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit unserem Staat, statt sie zu stärken.“ Unterstützung kam von einigen DDR-Bürgerrechtlern, darunter dem Theologen Friedrich Schorlemmer.

Neue Nationalhymne? Haselhoff und Blume reagieren kritisch auf Ramelow

12.38 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich gegen eine neue Nationalhymne ausgesprochen, wie sie sein Thüringer Amtskollege Bodo Ramelow (Linke) vorgeschlagen hatte. „Wir sollten uns den Themen zuwenden, bei denen dringender Handlungsbedarf besteht, wie zum Beispiel der Energiewende oder der Mietpreisentwicklung“, erklärte der CDU-Politiker am Donnerstag. „Als Ostdeutscher sage ich, der Inhalt der Nationalhymne ist ein Grund gewesen, der Bundesrepublik beizutreten. Denn für diese galt: „Einigkeit und Recht und Freiheit...““. Er halte Ramelows Vorschlag deshalb für völlig überflüssig.

CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte: „Wenn Herr Ramelow von den SED-Nachfolgern der Linkspartei ein Problem mit Einigkeit und Recht und Freiheit hat, dann sollte er seine Haltung überdenken, aber nicht unsere Nationalhymne ändern.“

Erstmeldung vom 9. Mai: „Kann die Naziaufmärsche nicht ausblenden“: Bodo Ramelow wünscht neue Nationalhymne

Erfurt  - Brauchen wir eine neue Nationalhymne? Ginge es nach Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringens und Vertreter der Partei „Die Linke“, so lautet die Antwort: Ja!

„Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“, sagte Ramelow in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ am Donnerstag.

Bodo Ramelow wirbt für neue Nationalhymne: Erste Strophe seit der Nazi-Zeit verpönt

Die deutsche Nationalhymne besteht derzeit nur aus der dritten Strophe des „Lieds der Deutschen“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, beginnend mit den Worten: „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Die Nazis ließen nur die erste Strophe singen („Deutschland, Deutschland über alles“) und missbrauchten das Lied somit für Propaganda-Zwecke, weshalb die erste Strophe heutzutage verpönt ist. Vor Kurzem erregte AfD-Politiker Björn Höcke Aufsehen damit, dass er das bei einer Veranstaltung in Bayern auch die erste Strophe des Deutschland-Liedes mit seinen Parteigenossen mitsang.

Bodo Ramelow wünscht neue Nationalhymne: „Jeder soll sich identifizieren können“

Ramelow erklärt, dass er bei Weitem nicht der einzige sei, der sich eine andere Nationalhymne wünsche „Viele Ostdeutsche singen die Hymne nicht mit, und ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt“, bedauert Ramelow.

Vor allem die Aussage der Hymne sei wichtig, so Ramelow, der vorschlägt:  „Einen neuen Text, der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins.“

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dpa, mke, kh

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