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Die Außenminister der 28 Nato-Staaten beraten im türkischen Belek über die Lage in der Ukraine und in Afghanistan.

Beratung auch über Ukraine

Nato will Mission in Afghanistan fortsetzen

Belek - Die Außenminister der 28 Nato-Staaten wollen bei einem Treffen im türkischen Badeort Belek über weitere Möglichkeiten der Kooperation mit Krisenstaaten wie Afghanistan und der Ukraine beraten.

Die Nato will nach ihrem im kommenden Jahr auslaufenden Einsatz weiter in Afghanistan bleiben. Die Außenminister der Allianz einigten sich bei ihrem Treffen im türkischen Antalya am Mittwoch mit der afghanischen Regierung auf "Leitlinien" für die neue Mission. Sie wird erstmals "von Zivilisten" geleitet, aber weiter eine "militärische Komponente" haben, wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte. Details sollen bis Herbst ausgearbeitet werden.

"Wir werden unsere Präsenz in Afghanistan auch nach dem Ende unserer derzeitigen Mission beibehalten", sagte Stoltenberg. Zahlen zu geplanten Truppenstärken nannte der Generalsekretär nicht. Diese seien aber geringer als die derzeit noch im Einsatz befindlichen rund 12.000 Soldaten.

In Afghanistan war erst zum Jahreswechsel der Nato-geführte Kampfeinsatz nach 13 Jahren zu Ende gegangen. Am aktuellen Folgeeinsatz "Resolute Support" zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte durch Ausbildung und Beratung sind rund 40 Staaten beteiligt, darunter 9800 Soldaten aus den USA und bis zu 850 Bundeswehrsoldaten. Für die Sicherheit im Land sollen die Afghanen aber nun grundsätzlich selbst verantwortlich sein. Die USA streben ein Ende der laufenden Mission bis Ende 2016 an.

Der neue Einsatz werde "strategischer" sein und sich längerfristig auf den "spezifischen Sicherheits- und Entwicklungsbedarf" Afghanistans konzentrieren, sagte der afghanische Außenminister Salahuddin Rabbani, der an dem Treffen in Antalya teilnahm. Sein Land habe heute von allen Nato-Staaten zugesagt bekommen, "dass die Unterstützung fortgesetzt wird". Über die weitere finanzielle Hilfe für Afghanistan wollten die Nato-Länder bei ihrem Gipfel im kommenden Jahr beraten.

Angesichts der regelmäßigen Angriffe der radikalislamischen Taliban in Afghanistan sagte Stoltenberg, das Land sei weiter "ein gefährlicher Ort". Die afghanischen Sicherheitskräfte hätten "enorme Opfer" gebracht. Die Taliban hatten im April ihre jährliche Frühjahrsoffensive gestartet, die für die nun erstmals wieder weitgehend auf sich gestellten afghanischen Sicherheitskräfte die erste große Herausforderung ist.

AFP

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