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US-Präsident Barack Obama, der afghanische Präsident Ashraf Ghani und Abdullah Abdullah (von links nach rechts), ein afghanischer Politiker.

Bis 2020

Nato beschließt weitere Unterstützung für Afghanistan

Warschau - Als die Taliban im vergangenen September die Provinzhauptstadt Kundus eroberten, war das einmal mehr ein Zeichen für die prekäre Sicherheitslage in dem Land. Die Nato macht den Afghanen nun das Versprechen, dass es weiter Hilfe gibt.

Angesichts der prekären Sicherheitslage in Afghanistan verlängert die Nato ihre Unterstützung für das Land. Der Beschluss des Bündnisses vom Gipfel am Samstag in Warschau sieht die Fortführung der Nato-Trainingsmission Resolute Support (RS) über 2016 hinaus vor sowie die Finanzierung der afghanischen Streitkräfte bis Ende 2020. Man wolle sicherstellen, dass das Land nie wieder zum Rückzugsort für Terroristen werde, heißt es in der Erklärung.

„Afghanistan ist weiter mit erheblicher Instabilität und Gewalt konfrontiert“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. „Deshalb ist unsere Botschaft klar: Afghanistan steht nicht allein, und wir sind bereit, einen langen Atem zu haben.“

Die Finanzierung der afghanischen Truppen beläuft sich derzeit auf etwa fünf Milliarden US-Dollar jährlich. Die Summe soll Stoltenberg zufolge auch in den nächsten vier Jahren in etwa gleich bleiben. Den Löwenanteil stellen die USA bereit.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani sprach bei Twitter von einer konstruktiven Partnerschaft. Er bedankte sich vor allem bei US-Präsident Barack Obama für die Ausweitung der Einsatzbefugnisse der Resolute Support-Mission in Afghanistan.

Resolute Support hatte Anfang 2015 die langjährige Vorgängermission ISAF abgelöst. Die Deutschen stellen dazu bis zu 980 Mann, unter ihnen sind um die 40 Berater. Ob die Mission auch über 2017 hinaus fortgeführt wird, blieb offen. Man werde die Lage im nächsten Jahr erneut beurteilen, erklärte Stoltenberg.

Etliche Nato-Partner wie Deutschland und die USA hatten für 2016 eigentlich einen weitreichenden Truppenabzug aus dem Land am Hindukusch geplant. Die anhaltende Gewalt der radikal-islamischen Taliban-Rebellen und vor allem die vorübergehende Eroberung der nordafghanischen Provinzhauptstadt Kundus führten aber zu einem Umdenken.

In den weiteren Gipfel-Sitzungen am Samstag sollte es um den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) sowie die Situation in der Ukraine gehen.

Das nächste Spitzentreffen könnte im kommenden Jahr in Brüssel ausgerichtet werden. Die belgische Regierung erklärte am Samstag, als Gastgeber bereit zu stehen. Anlass könnte demnach die Eröffnung des neuen Nato-Hauptquartiers in Brüssel sein. Es wird seit 2010 ganz in unmittelbarer Nähe der derzeitigen Zentrale gebaut. Zuletzt waren die Spitzentreffen nur noch alle zwei Jahre organisiert worden. Als Gastgeber des nächsten großen Gipfels, der im Jahr 2018 stattfinden könnte, ist die Türkei im Gespräch.

dpa

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