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US-Soldaten bei einer NATO-Übung in Lettland Anfang September. Foto: Valda Kalnina

Nato-General: Großmanöver im Baltikum denkbar

Brüssel (dpa) - Die Nato erwägt in den Grenzregionen zu Russland und zur Ukraine Manöver mit mehreren Zehntausend Soldaten abzuhalten. Die Bundesregierung erklärte auf Anfrage, sie wisse nichts von konkreten Plänen für ein derartiges Nato-Manöver.

"Wir haben bisher Großmanöver von 25 000 bis 40 000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen", sagte der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse der Tageszeitung "Die Welt". Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, Manöver dieser Größenordnung seien auf absehbare Zeit im östlichen Bündnisgebiet nicht vorgesehen. Er fügte hinzu: "Möglichst konstruktive und gute Beziehungen zu Russland zu erhalten - das nehmen wir ernst."

Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl das westliche Verteidigungsbündnis als auch Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen. Die Nato verstärkt Standorte und baut eine schnelle und schlagkräftige "Speerspitze" der Schnellen Eingreiftruppe (Nato Response Force) auf. Die russischen Streitkräfte flogen westlichen Angaben zufolge zuletzt "außergewöhnlich umfangreiche Manöver" über den europäischen Meeren.

Nach den Worten Domröses soll die "Speerspitze" nun größer werden als bisher bekannt. "Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5000 bis 7000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann", sagte er der "Welt". Bislang wurde eine Zahl von 3000 bis 5000 Soldaten genannt. "Wenn alles planmäßig verläuft, kann die Schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein."

Der Westen wirft Russland vor, die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Als Konsequenz wurden Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängt. Russland weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die Strafmaßnahmen als feindselig.

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