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Nato mit Finnland und Schweden: Diese militärischen Stärken bringen die Länder ein

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson bei der Nato-Übung „Cold Response“ in Norwegen.
Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson bei der Nato-Übung „Cold Response“ in Norwegen. © IMAGO/JERREVANG STEFAN/Aftonbladet

Nicht nur Schweden und Finnland, auch die Nato würde vom Beitritt profitieren - denn die Staaten haben ihre militärischen Stärken.

Brüssel - Auch aus Sorge vor einer russischen Bedrohung wollen Schweden und Finnland jetzt in die Nato eintreten, sie haben am Mittwoch (18. Mai) Beitrittsanträge gestellt. Russland reagierte wie erwartet mit erneuten Drohungen. Die Beitrittskandidaten erhoffen sich mehr Sicherheit durch das Bündnis - in Schweden ein Bericht des Parlaments diese Einschätzung. Auf Wladimir Putin könnte die Stärkung des Bündnisses einen Abschreckungseffekt haben.

Vor dem Ukraine-Krieg: Die Militärkapazitäten Finnlands und Schwedens

Neben den zwei neuen Kandidaten könnte auch die Nato ihrerseits von den Beitritten profitieren: Die Armeen Finnlands und Schwedens sind nicht zu unterschätzen und könnten dem Bündnis durchaus wichtige Unterstützung bringen, wie etwa der Bericht des Militärmagazins Global Firepower zeigt.

Das Magazin misst die konventionelle Kriegsführungskapazität verschiedener Länder. In den Index fließen verschiedene militärische, demografische, finanzielle, logistische und geografische Faktoren ein. Außerdem erstellt das Magazin eine Rangliste der militärisch stärksten Staaten, die jährlich aktualisiert wird. Schweden befindet sich aktuell immerhin auf Platz 25 (und damit nicht allzu weit hinter Deutschland auf Platz 16), Finnland liegt auf Platz 59.

Nato-Stärkung: Schweden und Finnland mit starker Luftwaffe und Marine

Die Luftwaffe der beiden Länder liegt fast gleichauf: Schweden verfügt insgesamt über 204 der Luftwaffe zugerechnete Flugzeuge, Finnland über 192. Zur Luftwaffe zählt globalfirepower.com Kampfflugzeuge (Mehrzweckflugzeuge, Abfangjäger), Trainingsflugzeuge (Basisflugzeuge, fortgeschrittene Flugzeuge), Transportflugzeuge (und -hubschrauber), spezielle Bomber und Bodenangriffsflugzeuge. Zum Vergleich: Der deutschen Luftwaffe wurden 2022 617 Flugkörper zugerechnet.

Schweden verfügt über eine hochgerüstete Marine: In dem Ranking der stärksten Flotten liegt Schweden mit 316 militärischen Schiffskörpern weltweit auf Platz 6 der Rangliste von Global Firepower - davor liegen nur China, Russland, die USA, Kolumbien und Nordkorea (in absteigender Reihenfolge). Schweden verfügt insbesondere auch über sechs U-Boote, sieben Korvetten, neun Minenjagdboote und 161 Patrouillenboote. Auch Finnland liegt nicht weit dahinter: Mit 246 Schiffskörpern liegt die Ausrüstung der finnischen Flotte auf Platz 11 des Rankings. Bei einem Beitritt zur Nato würde die Marine des Verteidigungsbündnisses also im Bereich Marine nicht unerheblich gestärkt.

Beide Länder stellen aber nur wenige aktive Soldaten. 23.000 Menschen dienen derzeit nach Angaben von globalfirepower.com in Finnland, 16.000 in Schweden. In Finnland gilt allerdings noch immer die Wehrpflicht. Sollte es tatsächlich zu einem Ernstfall kommen, könnte Finnland außerdem seine Reservisten – und damit eine beeindruckende Zahl von rund 900.000 Soldaten – mobilisieren. Der Militärhaushalt Schwedens liegt insgesamt bei über 8,5 Milliarden Dollar, auch das Budget Finnlands liegt noch bei deutlich über 6 Milliarden Dollar. (mvz)

Video: Nato-Beitritt - so geht es weiter für Schweden und Finnland

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