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Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird von dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan begrüßt. Foto:Yasin Bulbul / Handout

Nato-Generalsekretär erstmals seit Putschversuch in Ankara

Nach dem Putschversuch in der Türkei beklagte Präsident Erdogan mangelnde Solidarität des Westens. Nun geben sich Spitzenpolitiker in Ankara die Klinke in die Hand. Auch Nato-Generalsekretär Stoltenberg ist zu seinem ersten Besuch seit dem Umsturzversuch eingetroffen.

Ankara (dpa) - Erstmals seit dem Putschversuch in der Türkei ist Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu einem Besuch in dem Bündnisland eingetroffen.

Stoltenberg kam am Donnerstagabend nach seiner Ankunft in der Hauptstadt Ankara mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zusammen, wie die Nato mitteilte. Eine Pressekonferenz ist erst im Anschluss an ein Treffen mit Außenminister Mevlüt Cavusoglu an diesem Freitag geplant.

Während des zweitägigen Besuchs in Ankara sind außerdem Treffen mit Ministerpräsident Binali Yildirim und Verteidigungsminister Fikri Isik vorgesehen. Das türkische Außenministerium hatte mitgeteilt, Themen seien unter anderem die "Bedrohung" durch die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, den die Türkei für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich macht, sowie die Entwicklungen in der Region. Außerdem stehe ein Besuch des von Putschisten bombardierten Parlaments auf dem Programm.

Stoltenberg hatte den Umsturzversuch bald darauf verurteilt und dem "geschätzten Nato-Verbündeten" Türkei die Solidarität des Militärbündnisses zugesichert. Erdogan hatte dem Westen nach dem Putschversuch mangelnde Solidarität vorgeworfen. Die Kritik richtete sich besonders an die Adresse der EU. Gut fünf Wochen lang kam nach dem Putschversuch kein Außenminister eines EU-Staates in die Türkei.

Zeitgleich mit Stoltenberg sind am Freitag die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und Erweiterungskommissar Johannes Hahn zu Gesprächen in Ankara. Beim EU-Türkei-Dialog wollen sie mit Außenminister Cavusoglu und EU-Minister Ömer Celik über die Beziehungen mit dem Beitrittskandidaten beraten. Anschließend ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.

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