Nato-Webseiten von pro-russischen Hackern lahmgelegt

Brüssel - Der Kampf gegen Gefahren aus dem Internet gehört zu den neuen Prioritäten der Nato. Am Tag vor dem Krim-Referendum führen prorussische Cyberkrieger vor, dass das Bündnis in der Tat verwundbar ist.

Mehrere Internetseiten der Nato sind in der Nacht zum Sonntag stundenlang durch Hackerangriffe lahmgelegt worden. Zu der Cyberattacke unmittelbar vor dem Referendum über einen Anschluss der Krim an Russland bekannte sich eine Organisation, die sich „Cyber Berkut“ nannte. Der Name erinnert an eine prorussische Spezialeinheit der ukrainischen Miliz, die nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch aufgelöst worden war.

Nato-Sprecherin Oana Lungescu teilte am Sonntagvormittag im Kurznachrichtendienst Twitter mit, der Computerangriff habe die „Integrität der Datensysteme der Nato nicht beeinträchtigt“. Die wichtigste Internetseite des Bündnisses (www.nato.int) funktionierte wieder, obwohl die Angriffe fortgesetzt würden. Auch die Webseite des Nato-Zentrums zur Bekämpfung von Computerangriffen in Tallinn (Estland) war lahmgelegt worden.

„Cyber Berkut“ beschuldigte auf seiner Webseite die Nato, mit auf Wunsch der „Kiew-Junta“ in die Ukraine entsandten Experten zu verhindern, dass von der Ukraine aus prorussische Informationen erreichbar seien. „Die Cyberbanditen der Nato sollten schleunigst abhauen“, hieß es.

Lungescu teilte mit, es handele sich um einen DDoS-Angriff: Darunter versteht man eine Blockade des Internetangebots (Distributed Denial of Service) durch eine absichtlich herbeigeführte große Anzahl von Zugriffen, die die Server überlasten. Die Nato hatte 2008 in Tallinn ein Zentrum für den Kampf gegen Internetangriffe eingerichtet, nachdem Estland durch Cyberangriffe auf Banken und Energieversorger erschüttert worden war. Die Regierung in Tallinn hatte Russland beschuldigt, hinter den Angriffen zu stehen - was von Moskau bestritten wurde.

dpa

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