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Ehemalige KZ-Mitarbeiter

Nazi-Jäger finden acht mutmaßliche NS-Verbrecher

Ludwigsburg - Deutsche Ermittler sind auf acht mutmaßliche NS-Verbrecher gestoßen. „Es handelt sich um vier Männer und vier Frauen, die im deutschen Konzentrationslager Stutthof bei Danzig tätig waren“, so Jens Rommel, Leiter der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen.

Vorermittlungen wegen Beihilfe zum Mord in Tausenden Fällen seien an verschiedene Staatsanwaltschaften abgegeben worden.

Die Männer seien als Wachleute, die Frauen als Schreibkraft, Telefonistin oder Fernsprechvermittlerin tätig gewesen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Sie wurden zwischen 1918 und 1927 geboren. Darüber hinaus suchen die Ludwigsburger Experten weitere mögliche Beschuldigte, die in den Lagern Bergen-Belsen und Neuengamme tätig waren. Auch zu den NS-Vernichtungslagern Auschwitz und Majdanek gingen Vorermittlungen weiter. Es gehe um den Vorwurf der Beihilfe zum Mord.

Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen hat im Dezember 1958 ihre Arbeit aufgenommen. Sie sichtet nach eigenen Angaben weltweit Material vor allem aus Archiven, um NS-Verbrechen aufzudecken und lebende Verantwortliche zu benennen. Gelingt ihr das, gibt sie den Fall an die jeweils zuständige Staatsanwaltschaft ab, die ihn vor Gericht bringen oder das Verfahren einstellen kann. Selbst Anklage erheben kann die Stelle nicht.

Seit ihrer Gründung wurden mehr als 7500 Ermittlungsverfahren an die Staatsanwaltschaften übergeben. Das Ermittlerteam besteht aus sechs Juristen und einem Polizisten, hinzu kommen weitere Mitarbeiter in der Verwaltung. Zur Zeit der größten Arbeitsbelastung zwischen 1967 und 1971, als jeweils gleichzeitig mehr als 600 Vorermittlungsverfahren zu bearbeiten waren, waren dort 121 Mitarbeiter aktiv, davon 49 Staatsanwälte und Richter.

Grundlage der Ermittlungsarbeit ist das allgemeine Strafrecht, ein Sonderstrafrecht für NS-Verbrechen gibt es nicht. Als die Zentrale Stelle 1958 eingerichtet wurde, gab es für Mord noch eine Verjährungsfrist, so dass man davon ausging, dass die Arbeit zeitlich begrenzt sein würde. Die Verjährung wurde später aber abgeschafft.

dpa

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