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Im NSU-Prozess beschuldigt der Anwalt eines Nebenklägers Zschäpfe von dem Anschlag in Köln gewusst zu haben.

Anschlag vor Friseursalon

Nebenkläger wertet Bombenanschlag des NSU als versuchten Mord

Im Jahr 2004 verübte der NSU einen Anschlag in Köln. Der Anwalt des Nebenklägers bezeichnet dieses Attentat als versuchten Mord in 32 Fällen. Zschäpe beschuldigt er, davon gewusst zu haben.

München - Der Nebenklage-Anwalt Stephan Kuhn hat am Dienstag im Münchner NSU-Prozess den Bombenanschlag auf der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004 als versuchten Mord in 32 Fällen bezeichnet. Beate Zschäpe, die Hauptangeklagte in dem Verfahren, sei als Mittäterin an diesem Verbrechen zu sehen, sagte Kuhn. Er sei davon überzeugt, dass auch der mitangeklagte mutmaßliche Terrorhelfer André E. vorab über den Anschlag eingeweiht gewesen sei und dass der mutmaßliche NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben zumindest hinterher davon erfuhr.

Kuhn schloss sich damit im Wesentlichen dem Plädoyer der Bundesanwaltschaft an. Er vertritt im NSU-Prozess einen Mann, der sich in dem Friseursalon aufhielt, vor dessen Schaufenster die Nagelbombe explodierte. Nach Überzeugung der Anklage hatte Uwe Mundlos den Sprengsatz auf einem Fahrrad in die Keupstraße geschoben, dieses auf dem Bürgersteig stehen gelassen und die Bombe ferngezündet.

Anwalt Kuhn zitierte aus Ermittlungsunterlagen, aus denen das fremdenfeindliche Motiv des Anschlags hervorgehe. Es sollten möglichst viele Türken oder Kurden getroffen werden. Gleichwohl hätten die Behörden gegen alle Tatsachen öffentlich einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen und stattdessen von einem Verbrechen der organisierten Kriminalität gesprochen.

Mundlos und sein Freund Uwe Böhnhardt sollen außerdem neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet und überdies eine Polizistin erschossen haben. Auch für diese Taten ist Zschäpe angeklagt. Ihre beiden Freunde Mundlos und Böhnhardt hatten sich nach einem gescheiterten Banküberfall im November 2011 das Leben genommen.

dpa

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