NSU-Prozess

Nebenkläger wollen Dortmunder Neonazis befragen

München - Im Münchner NSU-Prozess haben am Donnerstag mehrere Nebenkläger die Vernehmung von Dortmunder Neonazis als Zeugen beantragt.

In Dortmund soll die als militant geltende Organisation „Combat 18“ eine Zelle aus sieben Mitgliedern gegründet haben, sagte Rechtsanwältin Antonia von der Behrens vor dem Oberlandesgericht (OLG). Diese Gruppe könne daran beteiligt gewesen sein, das Dortmunder Mordopfer Mehmet Kubasik vor der Tat auszuspähen.

Kubasik wurde im April 2006 erschossen. Als Täter gelten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Die Nebenkläger vermuten außerdem, dass die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, persönlichen Kontakt nach Dortmund gehalten haben könnte. Sie schließen das aus deren Briefkontakt mit einem in der JVA Bielefeld-Senne inhaftierten Neonazi. Dieser Mann sei in der Dortmunder Szene aktiv gewesen.

Zuvor hatte ein Dortmunder Polizeibeamter über einen Anruf einer Zeugin bei der Polizei berichtet, die zwei Männer in der Nähe des Tatorts gesehen haben will. Das Gericht wollte am Donnerstag außerdem einen mutmaßlichen Helfer des NSU aus der Thüringer Szene als Zeugen vernehmen. Der NSU hat nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft zehn Menschen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge begangen.

dpa

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