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US-Bundesstaat Nebraska: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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Ein Paar läuft am 12. August 2012 auf dem trockenen Boden des von Dürre geplagten Platte River in der Nähe von Louisville, Nebraska, USA.
Nebraska ist nur dünn besiedelt. © picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo

Nebraska liegt im Herzen der USA. Hier gibt es viel Weideland, aber nur wenige Menschen. Alle Infos über das Leben in Amerikas „Beef State“.

Omaha – Die mit 468.262 Einwohnern größte Metropole von Nebraska sollte nach Meinung vieler leidenschaftlicher Fürsprecher auch die Hauptstadt des Bundesstaates werden. Letztlich wurde bei der Gründung des Staates jedoch die zweitgrößte Stadt Lincoln, benannt nach dem Präsidenten Abraham Lincoln, auserwählt.

Nebraska, das fast genau im Zentrum der USA liegt und dem Mittleren Westen zugerechnet wird, ist aus dem historischen Hoheitsgebiet „Nebraska-Territorium“ hervorgegangen und am 1. März 1867 offiziell zum 37. Bundesstaat der USA ernannt worden. Seinen Namen hat das Gebiet von den indianischen Ureinwohnern. Er bedeutet „Flaches Wasser“ und bezieht sich auf den „Platte River“, einen knapp 500 km langen Missouri-Nebenfluss, der quer durch Nebraska verläuft.

Nebraskas Geografie: „In the Middle of Nowhere“

Der Binnenstaat zeichnet sich durch ein kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern aus. Nicht nur Nebraska, sondern auch seine Nachbarn sowie deren Nachbarstaaten verfügen über keine Verbindung zum Meer. Die angrenzenden Bundesstaaten sind (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend):

Nebraskas Geografie ist durch die „Great Plaines“ geprägt: Große, dünn besiedelte Grasebenen und steppenähnliche Prärien. Berge sucht man in dem flachen Land vergebens: Die höchste Erhebung ist mit 1.653 Metern der „Panorama Point“ und selbst dieser musste zur besseren Auffindbarkeit in der weitläufigen Ebene mit einem Markierungsstein gekennzeichnet werden.

Nebraskas Wirtschafts-Kraft ist sein Boden

Nebraska ist stark landwirtschaftlich orientiert und einer der führenden Agrarerzeuger der Vereinigten Staaten. 95 Prozent der Fläche werden für die Landwirtschaft genutzt, was Nebraska den Beinamen „Cornhusker State“ (Kornschäler-Staat) einbrachte. Vor allem Mais, Weizen, Hirse und Sojabohnen werden in großen Mengen angebaut. Wegen seiner Grundwasservorräte und weiten Grasflächen bietet Nebraska zudem beste Voraussetzungen für die Rinderzucht und beheimatet zahlreiche Ranches. Sein zweiter Spitzname „Beef State“ war in den 50er und 60er Jahren sogar auf den Autokennzeichen von Nebraska zu lesen.

Die Bevölkerung von Nebraska: Weiß, jung und christlich

Die Bevölkerung des Staates (rund 1.934 Millionen Einwohner) besteht zu über 88 Prozent aus Weißen und zu etwa 4,5 Prozent aus Afroamerikanern. Amerikanische Ureinwohner machen heute weniger als ein Prozent der Bevölkerung aus. Mit 74 Prozent ist der größte Teil der Einwohner christlichen Glaubens. Der Altersdurchschnitt liegt bei relativ jungen 36,2 Jahren. Zum Vergleich: Die Deutschen sind durchschnittlich 44,5 Jahre alt. Nebraska ist sehr dünn besiedelt und liegt in puncto Bevölkerungsdichte auf Rang 43 von 50 Bundesstaaten. Rechnerisch gesehen lebt einer von drei „Nebraskanern“ in den Städten Omaha oder Lincoln. 89 Prozent der übrigen Städte haben weniger als 3.000 Einwohner, viele sogar weniger als 1.000.

Nebraska und die US-Wahlen: Eine Hochburg der Republikaner

Besonders die Landbevölkerung Nebraskas ist konservativ geprägt und hat in der Geschichte fast immer republikanisch gewählt. In den Wahlen 2016 ging der Sieg in Nebraska an die Republikaner und damit an Donald Trump und auch 2012 hätten die Wähler in Nebraska lieber den Republikaner Mitt Romney im Weißen Haus gesehen als Barack Obama. Lediglich 2008 gab es eine Unregelmäßigkeit in der Siegesserie der Republikaner, jedoch nur, weil sich die Vergabe der Wahlmännerstimmen in Nebraska von der in fast allen anderen Bundesstaaten unterscheidet. Zwei Wahlmännerstimmen gehen hier an den Sieger im Gesamt-Staat und je eine Stimme an den Sieger in Nebraskas drei Kongressdistrikten. 2008 gelang es Obama, einen dieser Distrikte für sich zu gewinnen, und so eine Wahlmännerstimme für die Demokraten zu sichern.

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