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70 Staatschefs dabei

Bewegende Trauerfeier für Nelson Mandela

Kapstadt - In Südafrika steht die größte Gedenkfeier in der Geschichte des Landes bevor. Präsidenten, Premiers und Könige wollen Abschied nehmen von Nelson Mandela. Obama und andere wollen Reden halten.

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Südafrika und die Welt Abschied von Nelson Mandela genommen. US-Präsident Barack Obama würdigte den im Alter von 95 Jahren gestorbenen Friedensnobelpreisträger am Dienstag in Johannesburg als einen „Giganten der Geschichte“. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon nannte Mandela ein „Leuchtfeuer der Hoffnung und der Menschenrechte“. Rund 90 Staats- und Regierungschefs, Familienangehörige und Zehntausende Südafrikaner feierten den Freiheitshelden und Kämpfer gegen die Rassentrennung. Pfiffe und Buhrufe gab es dagegen für den amtierenden südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma.

Obama sagte in seiner sehr persönlichen Trauerrede, Mandela sei der letzte große Freiheitskämpfer des 20. Jahrhunderts gewesen. Er habe die Südafrikaner miteinander versöhnt und Millionen Menschen in aller Welt inspiriert. Die politische Leistung Mandelas müsse mit dem Lebenswerk des indischen Pazifisten Mahatma Gandhi, des großen US-Präsidenten Abraham Lincoln und des Bürgerrechtlers Martin Luther King verglichen werden.

Obama, der von seiner Frau Michelle begleitet wurde, war wegen der scharfen Sicherheitsbestimmungen fast zwei Stunden zu spät im Stadion erschienen. Am Rande der Trauerfeier kam es zu einer historischen Begegnung zwischen ihm und dem kubanischen Präsidenten Raúl Castro. Beide schüttelten sich die Hand. Die Beziehungen zwischen den USA und dem sozialistischen Kuba sind seit Jahrzehnten extrem gespannt. Dagegen unterhielten Mandela und der frühere kubanische Staatschef Fidel Castro ein freundschaftliches Verhältnis.

Raúl Castro sagte, Mandela sei dem „revolutionären Kampf für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung“ verpflichtet gewesen. „Mandela ist ein Vorbild für alle, die Freiheit, Gerechtigkeit und Weltfrieden anstreben“, sagt Brasiliens Präsidentin Dilma Roussef.

Zeitweise brach während der zentralen Trauerfeier Unruhe auf den Rängen aus. Der indische Präsident Pranab Mukherjee musste seine Rede unterbrechen, weil die Zuschauer lärmten, sangen und mit Musikinstrumenten störten. Die Massen wurden auch deshalb ungeduldig, weil immer wieder die Leinwände für die Übertragung ausfielen. Die Rede von Südafrikas Präsident Zuma wurde massiv gestört. „Die Menschen sind müde von Zuma“, sagte ein Teilnehmer, der Lehrer Nhlanhla Mbatha (42) zur Erklärung. Viele hatten die lange Ansprache von Südafrikas Präsidenten gar nicht abgewartet.

Bilder: Südafrika trauert um Nelson Mandela

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Strömender Regen begleitete die Zeremonie. Wegen des schlechten Wetters waren weniger Menschen als erwartet gekommen. Unter den Gästen war auch Bundespräsident Joachim Gauck. Nach Angaben der südafrikanischen Regierung war es die größte Zahl von Staatsoberhäuptern, die je in der Geschichte zusammengekommen sind. Entgegen ersten Ankündigungen waren auch Präsident Schimon Peres und Premier Benjamin Netanjahu aus Israel nach Südafrika gekommen.

Der Leichnam Mandelas war nicht im Stadion aufgebahrt. Er wird am Sonntag im Dorf Qunu im Süden des Landes beigesetzt. Der erste schwarze Präsident Südafrikas war am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben. „Er blieb ein einfacher Mann des Volkes“, sagte General Thanduxolo Mandela für die Familie. Der Vizechef der Regierungspartei ANC bezeichnete Mandela als einen „Lehrer“ für seine Landsleute. „Tun wir alles, dass Madibas Traum nicht stirbt.“

Nelson Mandela: Stationen seines Lebens

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Schon in den frühen Morgenstunden waren viele Südafrikaner unter grauem Himmel in das von Polizei großflächig abgesicherte Stadion im Johannesburger Stadtteils Soweto gekommen. Manche hatten die ganze Nacht vor dem Stadion verbracht, um dabei zu sein. Am Morgen strömten die Menschen singend und tanzend ins Stadion, trugen südafrikanische Fahnen und Bilder Mandelas. „Ich musste heute kommen, um den Mann zu ehren, der gekämpft hatte, damit unser Land frei ist“, sagte Thuto Motsepe. Immer wieder sangen die Menschen „Tata Mandela“ (Vater Mandela).

dpa

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