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Die Kleinstadt hatte keine Chance, sich gegen das Festival zu wehren.

„Konnten nichts dagegen unternehmen“

Neonazi-Festival in Kleinstadt - manche Bewohner haben Angst 

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In Thüringens Kleinstadt Themar werden am Wochenende vermutlich tausende Neonazis zu einem Rechtsrock-Festival kommen. 1000 Polizisten sollen aufpassen, dass nichts Schlimmes passiert. Manche Bewohner haben Angst.

Themar - Es wird das wohl größte Neonazi-Festival des Jahres in Südthüringen. Themar mit weniger als 3000 Einwohnern wird am Samstag im Ausnahmezustand sein. Der Thüringer Verfassungsschutz erwartet mehr als 5000 Rechte - auch aus dem Ausland. Hinzu kommen etwa 2000 Gegendemonstranten und knapp 1000 Polizisten. 

Das Amtsgericht Hildburghausen hatte die einstweiligen Verfügungen gegen die für Samstag angemeldete Veranstaltung in Themar (im Landkreis Hildburghausen) jetzt abgewiesen. Schon am Mittwoch hatte das Oberverwaltungsgericht Weimar in zweiter Instanz zugunsten der Rechten entschieden. Demnach gilt das Konzert weiter als Versammlung und steht damit unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes.

Bürgermeister von Themar: „Viele Bürger denken nun an die Bilder von den Krawallen beim G20-Gipfel“

Wie werden sich Themars Bewohner fühlen, wenn so viele Neonazis in die kleine Stadt strömen? Spiegel Online hat mit dem Bürgermeister Hubert Böse gesprochen. Er sagt: „Die Menschen in unserer Stadt haben zum Teil Angst. Viele Bürger denken nun an die Bilder von den Krawallen beim G20-Gipfel.“ Die Gewalt in Hamburg habe gezeigt, dass man sich Sorgen machen müsse. Das Motto des Festivals heißt „Rock gegen Überfremdung“, doch Bürgermeister Böse stellt klar, seine Stadt sei „absolut nicht“ überfremdet. Das Motto nennt er „furchtbar“.  

Thüringen als Rechtsrock-Hochburg. 

Dass dieses Festival ausgerechnet in Themar veranstaltet wird, läge daran, dass ein früheres AfD-Mitglied den Platz dafür hergegeben habe. „Das Schlimme ist, dass wir als Stadt nichts gegen dieses Konzert unternehmen konnten“, sagt Böse. Immerhin eines können die Bewohner tun: ein Zeichen gegen Rassismus setzen. „Es wird ein Marktfest geben, da kann sich die Bevölkerung von dem Neonazi-Konzert mental ablenken“, kündigt das Stadtoberhaupt an. Und es werde einen Demonstrationszug geben.  

Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) kündigte für Freitagabend einen Besuch in Themar an. Er wolle sich dort über den Polizeieinsatz informieren und mit Beamten und Anwohnern sprechen, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Demnach nimmt Poppenhäger auch an einem Friedensgebet in der Stadtkirche teil. 

Thüringer Wirtschafts- und Tourismusverbände befürchten, das Konzert könne der Region schaden.

sah, mit Material von dpa

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