Vierjähriges Kind stirbt durch Granate

Netanjahu kündigt harte Vergeltung an

Tel Aviv - Nach dem Tod eines vierjährigen israelischen Kindes durch einen Granatenangriff aus dem Gazastreifen hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu harte Vergeltungsschläge angekündigt.

Die radikalislamische Hamas werde einen "hohen Preis für diesen Angriff zahlen", zitierte Netanjahus Sprecher Ofir Gendelman den israelischen Regierungschef am Freitag im Internetdienst Twitter. Die Armee und der Geheimdienst Schin Beth würden ihre Angriffe auf die Hamas im Gazastreifen intensivieren, bis das Ziel des Militäreinsatzes "Schutzlinie" erreicht sei, hieß es weiter.

Der vierjährige Junge war am Nachmittag bei einem Granatenangriff in Südisrael getötet worden. Das aus dem Gazastreifen abgefeuerte Geschoss schlug nach Angaben der Armee in der Nähe eines Kindergartens in Sdot Negev ein. Netanjahu übermittelte der Familie des Kindes über seinen Sprecher sein Mitgefühl. Die Zahl der zivilen israelischen Todesopfer im jüngsten Gaza-Konflikt stieg damit auf vier. Der Junge ist auch das erste Kind auf israelischer Seite, das seit Beginn des Militäreinsatzes Anfang Juli getötet wurde.

Auch im Gazastreifen gab es am Freitag erneut Tote bei israelischen Luftangriffen. Mindestens fünf Palästinenser wurden bei Angriffen in Deir al-Balah und Nusseirat getötet, wie die örtlichen Rettungskräfte mitteilten. Beide Orte liegen im Zentrum des Küstenstreifens.

Eine befristete Waffenruhe war noch vor Ablauf in der Nacht zum Mittwoch gescheitert, seitdem gibt es wieder gegenseitige Angriffe. Seit dem 8. Juli wurden mindestens 2092 Palästinenser und 68 Israelis getötet. Die UNO schätzt den Anteil der zivilen Opfer unter den Palästinensern auf 70 Prozent. Die israelische Armee erklärt hingegen, bei 40 bis 50 Prozent der Getöteten handele es sich um bewaffnete Kämpfer.

AFP

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