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Anis Amri in einem Video.

Bundesanwaltschaft informiert 

Neue Anschlags-Details: Lkw-Fahrer auf Parkplatz erschossen

Berlin - Anis Amri raste mit einem Lkw in einen Berliner Weihnachtsmarkt. Zwölf Menschen starben. Nun enthüllt die Bundesanwaltschaft neue Details zum Tathergang und die Route seiner Flucht. Die Suche nach Mitwissern geht derweil weiter.

Die Bundesanwaltschaft hat in einem Statement über die neuesten Ermittlungsergebnisse informiert. 

"Nach unseren Erkenntnissen, nach all dem, was wir zusammengetragen haben, gehen wir davon aus, dass Anis Amri den Anschlag begannen hat", sagt die Sprecherin.

Bei dem Anschlag wurde auch der eigentliche Fahrer des Lkw aus Polen getötet. Nach Angaben der Sprecherin erfolgte der tödliche Schuss auf ihn am Parkplatz des Lastwagens am Friedrich-Krause-Ufer - mehrere Kilometer vom Breitscheidplatz entfernt. Der Pole habe zu dem Zeitpunkt auf dem Beifahrersitz gesessen. Dies habe unter anderem die Untersuchung von Schmauchspuren ergeben.

Der am Dienstag festgenommene mutmaßliche Kontaktmann von Amri ist nach einem RBB-Bericht im November 2015 schon einmal in der Hauptstadt festgenommen worden. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte der RBB-Abendschau, dass gegen den 26 Jahre alten Tunesier wegen einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt worden sei.

Der Festgenommene und zwei weitere Männer standen den Angaben zufolge damals im Verdacht, Sprengstoff für einen Anschlag in Düsseldorf besorgt zu haben. Bei der Durchsuchung eines Fahrzeugs in Berlin-Britz und einer Moschee in Berlin-Charlottenburg hätten die Ermittler jedoch keine Beweise gefunden.

Nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt wurde Amri im Bahnhof Zoo von einer Videokamera aufgenommen. Er soll dabei den Finger erhoben haben - Das typische Symbol eines IS-Terroristen.

Haftbefehl gegen Kontaktmann Amris erlassen

Gegen einen Bekannten Amris wurde derweil Haftbefehl wegen des Verdachts auf Leistungsbetrugs erlassen. Der Verdacht, er könne in den Anschlag eingebunden gewesen sein, habe sich dagegen für einen Haftbefehl nicht genügend erhärtet, sagte die Sprecherin.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Berlin soll dieser 26-jährige Tunesier mit mindestens zwei Aliasnamen von April bis November 2015 in mehreren Städten zu Unrecht Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten haben. Deshalb sei seit Frühjahr 2016 gegen ihn ermittelt worden.

Der Mann war im Zusammenhang mit den Anschlagsuntersuchungen am Dienstag in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft vorläufig festgenommen worden. Er hatte Amri laut Bundesanwaltschaft am Vorabend der Tat in einem Restaurant getroffen und sich intensiv mit ihm unterhalten. Es seien Kommunikationsmittel sichergestellt worden, die nun untersucht würden.

Amris Flucht-Route jetzt klar

Nach Erkenntnissen der niederländischen Behörden sei der 24-Jährige am 21. Dezember, also zwei Tage nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, mittags um 11.30 Uhr zuerst in Nimwegen gewesen und gegen 13.30 Uhr dann in Amsterdam. Das sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Mittwoch in Karlsruhe. An beiden Bahnhöfen soll er von Überwachungskameras gefilmt worden sein.

Wo sich Amri am 20. Dezember, dem Tag nach der Tat, aufhielt, ist noch nicht endgültig geklärt. Es gebe Erkenntnisse, wonach er nach der Tat über Nordrhein-Westfalen reiste, sagte Köhler. Das müsse aber noch weiter untersucht werden.

Waffenhersteller längst pleite

Von Amsterdam fuhr Amri nach Lyon und Chambéry in Frankreich, dann nach Turin und schließlich nach Mailand. Hier wurde er am 23. Dezember bei einer Polizeikontrolle erschossen.

Bei der in Italien gefundenen Waffe handelt es sich um dieselbe, mit der auch in Berlin geschossen wurde, das stellten italienische Ermittler bereits fest. Wie Amri daran kam, ist aber wohl schwierig nachzuvollziehen, denn die Herstellerfirma ist Ende der 1990er-Jahre pleite gegangen, erklärte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

mke/dpa

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