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Heftige Gefechte um die syrische Stadt Kobane: Während die kurdischen Kämpfer mit neuen Waffen versorgt wurden, bekommt die Terror-Miliz "Islamischer Staat" Verstärkung durch weitere Kämpfer aus anderen Regionen. Tausende Zivilisten sind auf der Flucht.

Terror-Miliz bekommt Verstärkung

Neue Gefechte um Kobane - IS schlägt zurück

Beirut/Istanbul - Im Kampf um Kobane geben sich die IS-Terrorkrieger auch nach den Waffenlieferungen an die kurdischen Verteidiger nicht geschlagen. Sie verstärken ihre Reihen - und greifen erneut an.

Nach den US-Waffenlieferungen für die Kurden in Kobane haben sich die Angreifer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit Kämpfern aus anderen Regionen verstärkt. In der seit Wochen belagerten nordsyrischen Grenzstadt lieferten sie sich am Dienstag neue Gefechte mit den kurdischen Verteidigern. Nach Angaben des syrischen Beobachtungszentrums für Menschenrechte kamen die neuen Einheiten der radikalen Islamisten aus den vom IS kontrollierten syrischen Städten Rakka und Dcharabalus.

Zwei verhinderte Selbstmordanschläge der Dschihadisten am Montagabend hätten die neuen Kämpfe ausgelöst, hieß es in einer von der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar veröffentlichten Mitteilung der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG).

Unterdessen kamen trotz einer Einreisegenehmigung der Türkei noch keine kurdischen Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak in Kobane an. Die Türkei hatte den Kämpfern, die den bedrängten Kurden dort zu Hilfe eilen wollen, am Montag die Einreise in die Grenzstadt genehmigt. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte aber zugleich weiterhin jede direkte türkische Unterstützung für die syrisch-kurdische Partei PYD ausgeschlossen. Die in Kobane kämpfenden YPG sind die Miliz der PYD, die eng mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden ist.

Neue Gefechte um Kobane - Tausende flüchten vor Krieg

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In der Nacht zum Montag - rund fünf Wochen nach Beginn der Kämpfe - hatten US-Transportflugzeuge erstmals Waffen und Munition sowie medizinisches Material für die Verteidiger der nordsyrischen Stadt abgeworfen. Die Lieferungen stammen nach US-Angaben von kurdischen Stellen im Irak und wurden nur transportiert.

US-Außenminister John Kerry spricht am Dienstag in Berlin mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier über die Lage.

dpa

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