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"Wir werden gegen jede terroristische Organisation kämpfen, nicht nur gegen den Islamischen Staat", sagte Der stellvertretende saudi-arabische Kronprinz und Verteidigungsminister Mohammed bin Salman bin Abdelasis al-Saud Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Neue saudische Militärallianz will Terror bekämpfen

Saudi-Arabien ist neben dem Iran wichtigste Regionalmacht im Nahen Osten. Jetzt ruft Riad eine neue "islamische Koalition" ins Leben. Wichtige Staaten wie der Iran und der Irak fehlen allerdings.

Riad (dpa) - Saudi-Arabien hat ein neues Militärbündnis gegründet, mit dem das islamisch-konservative Königreich nach eigenen Angaben den Terror bekämpfen will.

An der "islamischen Koalition" mit Sitz in Riad beteiligten sich 34 Länder, erklärte der saudische Verteidigungsminister und Vize-Kronprinz Mohammed Bin Salman am Dienstag. Das Bündnis wolle alle "terroristischen Organisationen" bekämpfen, nicht nur die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair schloss nicht aus, dass die Allianz auch Bodentruppen in vom Terrorismus betroffene Länder schicken könnte.

Die meisten Mitglieder der neuen Allianz haben eine islamische Bevölkerungsmehrheit. So beteiligen sich etwa Ägypten, Libyen, der Sudan, Jordanien, Marokko, Mali, Malaysia und Pakistan.

Wichtige islamische Staaten wie der Iran, der Irak, Afghanistan und Indonesien sind jedoch kein Mitglied. Das sunnitische Saudi-Arabien betrachtet den schiitischen Iran als größten Rivalen in der Region. Beide Staaten unterstützen etwa in den Bürgerkriegen in Syrien und im Jemen unterschiedliche Seiten. Auch Riads Verhältnis zum mehrheitlich schiitischen Irak ist angespannt. Die von Schiiten dominierte Regierung in Bagdad ist wiederum eng mit dem Iran verbündet.

Bislang habe jedes islamische Land für sich allein gegen den Extremismus gekämpft, erklärte Mohammed Bin Salman. Die neue Allianz solle die Bemühungen koordinieren. Sie werde auch mit anderen befreundeten Staaten zusammenarbeiten. In einer offiziellen saudischen Erklärung hieß es, die Mitglieder des Bündnisses sollten "vom Übel aller terroristischen Gruppen und Organisationen ohne Rücksicht auf deren Religion und Ziele" beschützt werden.

Die saudische Außenpolitik ist seit dem Amtsantritt von König Salman im Frühjahr deutlich aggressiver geworden, nicht zuletzt gegenüber dem Iran. Seit März bombardieren etwa das Königreich und Verbündete Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen, die von Teheran unterstützt werden sollen. Als Architekt dieser Politik gilt Verteidigungsminister Mohammed bin Salman, Sohn des Königs.

Gleichzeitig sieht sich Saudi-Arabien durch den IS bedroht. Die Terrormiliz ist mit dem Königreich verfeindet und im Norden bis an die Grenze des Landes vorgestoßen. Saudi-Arabien gehört auch zu der von den USA geführten Koalition, die in Syrien und im Irak gegen den IS kämpft. Zugleich fußt die Ideologie der Extremisten auf dem saudischen Wahhabismus, einer streng konservativen Islam-Lesart.

Außenminister al-Dschubair sagte bei einer Pressekonferenz in Paris nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP, dass innerhalb der Koalition der Austausch von Informationen, Hilfe bei der Ausbildung und die Lieferung von Material vorgesehen seien. Nach einer möglichen Entsendung von Bodentruppen gefragt, sagte er: "Die Entscheidungen werden von Fall zu Fall getroffen, und keine Option ist ausgeschlossen." In den kommenden Wochen werde ein gemeinsames Kommandozentrum in Riad eingerichtet.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rief die neue Allianz auf, sich dem Wiener-Prozess anzuschließen. "Sie müssen sich einbringen in den Wiener-Prozess, wo alle Länder, die gegen den IS kämpfen, drin sind (...). Dann ist das eine Hilfe für uns", sagte die CDU-Politikerin im ARD-"Morgenmagazin". Bei Verhandlungen in Wien hatte sich die internationale Gemeinschaft unter anderem auf einen neuen Friedensfahrplan für Syrien geeinigt. Eine Ende des Bürgerkriegs gilt als Voraussetzung, um den IS zerschlagen zu können.

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