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Christian Lindner vergangenes Jahr auf dem Weg zu einem der Jamaika-Sondierungsgespräche

SPD verliert wieder leicht

Neue Wahl-Umfrage: Das nehmen die Deutschen der FDP immer noch übel

Eine neue Umfrage sieht die FDP wieder im Abwind. Vor allem eine Aktion von Parteichef Christian Lindner nehmen die Wähler offenbar immer noch übel.

Berlin - Der Abbruch der Jamaika-Verhandlungen mit Union und Grünen schadet der FDP einer Umfrage zufolge immer noch. Die Liberalen erreichen in dem am Montag veröffentlichten RTL-/n-tv-Trendbarometer nur acht Prozent. Bei der Bundestagswahl waren die Liberalen mit 10,7 Prozent viertstärkste Partei geworden.

Die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) ist der Umfrage zufolge überzeugt, dass der Abbruch der Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition der FDP bei künftigen Wahlen schaden wird. Andererseits kann sich jeder dritte Wahlberechtigte (32 Prozent) "vorstellen, bei einer der kommenden Wahlen FDP zu wählen".

Viele Wähler aller Jamaika-Parteien immer noch enttäuscht über Gesprächs-Abbruch 

Den Abbruch der Koalitionsgespräche durch FDP-Chef Christian Lindner vor über fünf Monaten nehmen 43 Prozent der Deutschen den Liberalen immer noch übel. Das größte Bedauern äußern die Wähler der Grünen (63 Prozent), der CDU/CSU (59 Prozent) und der FDP (59 Prozent). Die Beendigung der Jamaika-Verhandlungen wird mehrheitlich nicht bedauert von Wählern der Linken (54 Prozent) und der AfD (82 Prozent). Die Daten wurden vor dem FDP-Parteitag am vergangenen Wochenende erhoben.

Lesen Sie auch: Lindner stellt klar - neue Jamaika-Sondierungen wird es nicht geben

Der typische FDP-Wähler ist der Umfrage zufolge ein westdeutscher männlicher Besserverdiener mit hohem Bildungsabschluss. 89 Prozent der derzeitigen FDP-Anhänger sind demnach aus Westdeutschland, 63 Prozent sind Männer, 64 Prozent haben Abitur oder ein abgeschlossenes Studium, 49 Prozent verdienen monatlich netto 3500 Euro oder mehr.

41 Prozent der liberalen Anhänger sind konfessionslos, 28 Prozent sind Rentner, 35 Prozent höhere Angestellte und 22 Prozent Selbstständige, wie das Forsa-Institut zwischen Januar und Mai 2018 ermittelt hat. Nur neun Prozent der FDP-Gefolgschaft sind demnach Gewerkschaftsmitglieder.

SPD verliert leicht, Grüne gewinnen wieder hinzu

Wäre jetzt Bundestagswahl, würden sich die Deutschen so entscheiden: CDU/CSU 34 Prozent, die SPD verliert im Vergleich zur Vorwoche leicht und kommt auf 17 Prozent, FDP 8 Prozent, die Grünen verbessern sich um zwei Prozentpunkte 13 Prozent, Linke 10 Prozent, AfD 13 Prozent. 23 Prozent sind unentschlossen oder würden nicht wählen.

Die Daten über die Parteienpräferenz wurden vergangene Woche vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Befragt wurden 2004 Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz beträgt bis zu 2,5 Prozentpunkte. Die Daten zur Meinung über die FDP wurden am Mittwoch und Freitag vergangener Woche erhoben, die Grundlage hierfür sind 1001 Bundesbürger, die Fehlertoleranz beträgt bis zu drei Prozentpunkte.

Die Daten zur Struktur der FDP-Anhängerschaft wurden zwischen Januar und Mai 2018 im Rahmen des RTL/n-tv-Trendbarometers erhoben. Die Datenbasis hierfür sind 3105 befragte FDP-Anhänger.

Lesen Sie auch: Soll die CDU nach rechts rücken? So stehen die Deutschen dazu

AFP

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