Andrea Nahles und Olaf Scholz
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Der kommissarische SPD-Chef und seine designierten Nachfolgerin: Olaf Scholz und Andrea Nahles

Nach dem GroKo-Trubel

Neue Umfrage: SPD auf schmerzhaftem Tiefstand - gleichauf mit AfD

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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Die GroKo-Frage scheint endlich geklärt - der SPD scheint das aber nicht zu helfen. Eine neue Umfrage sieht die Sozialdemokraten im Tiefflug.

Berlin - Lauschte man den Diskussionen der SPD über die GroKo-Beteiligung, etwa beim Parteitag Ende Januar, war ein Argument immer wieder präsent: Bei einer Neuwahl könne für die Sozialdemokraten alles noch schlimmer kommen. Zumindest eine aktuelle Umfrage legt nahe - da könnte etwas dran gewesen sein.

Eine am Montagabend veröffentlichte Insa-Erhebung im Auftrag der Bild sieht die SPD in der sogenannten Sonntagsfrage aktuell bei 15 Prozent der Wählerstimmen. Das sind 0,5 Prozent weniger als in der Vorwoche. Und stolze 5,5 Prozent weniger als die SPD im September bei der Bundestagswahl tatsächlich erreichte.

Die Umfrage spiegelt nach Angaben der Bild die aktuelle Lage nach dem „GroKo-Ja“ der Genossen wieder. Am gestrigen Montag seien 1.052 Wahlberechtigte befragt worden. Das Ende des wochenlangen Tauziehens brachte also augenscheinlich keinen Bonus bei den Wählern.

SPD nur drei Prozentpunkte für Grünen und Linke

Wenig erfreulich für die Sozialdemokraten ist auch der Vergleich mit der AfD: Die Insa-Befragung sieht die Partei gleichauf mit den Rechtspopulisten. Vergangene Woche war die SPD allerdings in der Erhebung des Instituts noch 0,5 Prozentpunkte hinter der AfD gelegen.

Auch interessant: Nach dem GroKo-Ja - Das sind die Baustellen der SPD

Leicht gewonnen haben in der vergangenen Woche unterdessen Union (plus 0,5 Prozentpunkte auf 33 Prozent) und die FDP (plus 1,0 Prozentpunkte auf 10 Prozent). Linke und Grüne verharren jeweils bei 12 Prozentpunkten.

Aktuell keine Mehrheit für die GroKo-Parteien?

Ins Auge sticht damit auch ein weiterer Umstand: Der Umfrage zufolge hätte die große Koalition aktuell keine Mehrheit unter den Wählern - zusammen kämen CDU/CSU und SPD auf 48 Prozent.

Das Umfrageergebnis könnte zur Analyse des CDU-Politikers Reiner Haseloff passen. Er prophezeite in einem aktuellen Interview, die Zeit der Volksparteien sei in Europa vorbei

Allerdings hat die Vergangenheit auch gelehrt: Umfrageergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. Der ARD-“Deutschlandtrend“ hatte die SPD jüngst mit spürbaren Gewinnen in der Wählergunst bei 18 Prozent gesehen. Und bis gewählt wird, dürfte noch einige Zeit vergehen - schließlich soll nun erst einmal Angela Merkel als Kanzlerin wiedergewählt werden.

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fn

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