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Die designierte SPD-Parteichefin Andrea Nahles (l) und die stellvertretende SPD-Vorsitzende Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

Forsa-Trendbarometer

Neue Wahlumfrage: SPD erholt sich und liegt wieder klar vor AfD

Vor einer Woche hat die AfD erstmals die SPD in einer Wahlumfrage überholt. Nun hat sich das Blatt wieder gewendet. 

Die SPD hat sich von ihrem Umfrage-Rekordtief leicht erholt und liegt im RTL/n-tv-Trendbarometer des Forsa-Instituts derzeit bei 18 Prozent. Das ist gegenüber der Vorwoche ein Plus von zwei Prozentpunkten. Die leichte Erholung begründete Forsa-Chef Manfred Güllner nach Angaben von RTL und n-tv vom Montag damit, dass sich die heftigen Turbulenzen in der SPD gelegt hätten, nachdem Martin Schulz vom Amt des Parteivorsitzenden zurückgetreten war und auf das Außenministerium verzichtet hatte. 

Kommt die Groko? SPD gibt Ergebnis des Mitgliederentscheids am 4. März um 9 Uhr bekannt.

In einer INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung waren die Sozialdemokraten vor einer Woche sogar auf 15,5 Prozent gestürzt und damit erstmals von der AfD überholt worden, die auf 16 Prozent kam.

Der neuen Forsa-Umfrage zufolge verbessern sich auch die Unionsparteien geringfügig auf 35 Prozent (plus 1). Hier sei ausschlaggebend, dass „die Diskussionen innerhalb der CDU über das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen“ abgeflaut sei, nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer als künftige CDU-Generalsekretärin nominiert wurde.

Die AfD liegt unverändert bei 13 Prozent, die Grünen kommen auf 12 und die Linken wie die Freidemokraten auf je 9 Prozent. Den Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen gab Forsa mit 25 Prozent an.

AfD überholte in Umfrage erstmals SPD

Erstmals in einer repräsentativen Umfrage landete die AfD am 19- Februar als zweitstärkste Kraft hinter der Union - die SPD war abgeschlagen nur noch an dritter Stelle. Das Meinungsforschungsinstitut INSA befragte im Auftrag derBild 2040 Personen zwischen 16. und 19. Februar.

Die SPD verlor demnach im Vergleich zum letzten INSA-Meinungstrend einen Prozentpunkt und kommt auf 15,5 Prozent. Die AfD dagegen gewann einen Punkt und kommt auf 16 Prozent. 

Größter Gewinner war die Union: Mit 32 Prozent ist sie doppelt so stark wie die SPD und auch stärker wie SPD und AfD zusammen. CDU/CSU konnten zweieinhalb Prozent im Vergleich zur Vorwoche gewinnen.

Lesen Sie auch: Soll die CDU nach rechts rücken? So stehen die Deutschen dazu

Auf Platz vier liegen die Grünen mit unverändert 13 Prozent. Die Linke verliert einen halben Punkt auf elf Prozent, die FDP eineinhalb Punkte auf neun Prozent.

Union und SPD würden nach dieser Umfrage im Bundestag mit zusammen 47,5 Prozent nicht mehr über eine parlamentarische Mehrheit verfügen. Möglich wäre dagegen weiterhin ein Jamaika-Bündnis auf CDU/CSU, Grünen und FDP mit zusammen 54 Prozent.

Auch interessant: Talk bei Anne Will: SPD bekommt unerwartete Rückendeckung von der AfD

Forsa-Umfrage: AfD schneidet schlechter ab

In dem von den Fernsehsendern RTL und n-tv veröffentlichten "Trendbarometer" des Instituts Forsa liegt die SPD allerdings weiterhin mit drei Prozentpunkten Abstand vor der AfD. Nach dieser Umfrage erreichen die Sozialdemokraten zwar auch nur 16 Prozent, die AfD bleibt mit 13 Prozent aber deutlich darunter. Die Union kommt demnach auf 34 Prozent, die Grünen erreichen auch hier 13 Prozent. Die Linkspartei würde zehn Prozent der Stimmen bekommen, die FDP neun Prozent. Forsa befragte in der vergangenen Woche 2501 Wahlberechtigte.

Forsa fragte auch danach, wen die Bürger bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers bevorzugen. Hier würden sich nur 16 Prozent der Wähler für die designierte SPD-Parteichefin Andrea Nahles entscheiden, 47 Prozent dagegen für Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU). Nahles, die auch SPD-Fraktionschefin im Bundestag ist, soll auf einem Parteitag am 22. April zur neuen SPD-Vorsitzenden gewählt werden. Momentan steht Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz kommissarisch an der Parteispitze. Martin Schulz hatte sich als SPD-Chef zurückgezogen.

SPD diskutiert GroKo weiter kontrovers

Unterdessen gibt es auch unter führenden Sozialdemokraten weiter Kontroversen über den Eintritt in eine neue unionsgeführte Bundesregierung. "Es ist weder für unser Land, noch für meine Partei vernünftig, wieder in die große Koalition zu gehen", sagte der SPD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, dem "Tagesspiegel" von Montag.

Demokratie lebe von einer starken Opposition, fügte Saleh hinzu. Die SPD dürfe die Oppositionsführerschaft im Bundestag nicht der rechtspopulistischen AfD überlassen. Wenn Union und SPD die Regierung bilden, würde die AfD die stärkste Oppositionsfraktion im Parlament stellen. Ab Dienstag stimmen die SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag mit der Union ab. Das Ergebnis soll am 4. März vorliegen. Gegen eine neue "GroKo" wenden sich auch die Jungsozialisten, während die Parteiführung für den Regierungseintritt wirbt.

afp/smu

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