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Oberster Wahlleiter der Stadt München: Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle. 

Überraschende Erkenntnisse

Neue Zahlen der Stadt vor der Landtagswahl: So stimmen die Münchner ab 

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Noch drei Monate sind es bis zur Landtagswahl in Bayern. Die Stadt hat nun eine repräsentative Statistik zur Bundestagswahl 2017 veröffentlicht. Die Erkenntnisse sind aufschlussreich.

München - Laut Studie werden die CSU und die AfD bevorzugt von älteren Personen gewählt, Grüne und Linke eher von jüngeren. Ein weiteres Fazit: Viel mehr Männer als Frauen wählen die AfD.

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind bei keiner Partei so gravierend wie bei der AfD. Die Rechtspopulisten wurden bei der vergangenen Bundestagswahl zu 62,6 Prozent von Männern gewählt. Den größten Frauenanteil gab es mit 58,4 Prozent bei den Grünen.

Politisches Desinteresse in jungen Jahren Mänenrsache?

Die Wahlbeteiligung lag im September 2017 bei 79,5 Prozent. Frappierend: Gerade die jüngsten Wähler gehen im Durchschnitt seltener an die Urne. Die niedrigste Quote ergab sich mit 72,4 Prozent bei den 21- bis 24-Jährigen, die drittniedrigste bei den Erstwählern (76,8 Prozent). Allerdings gehen junge Frauen fleißiger zur Wahl als ihre männlichen Altersgenossen. Ein Beispiel: Während bei Männern der Jahrgänge 1993 bis 1996 der Wähleranteil bei lediglich 68,3 Prozent lag, waren es bei den jungen Frauen immerhin 76,0 Prozent. Politisches Desinteresse in jungen Jahren scheint also eher Männer- als Frauensache zu sein.

Seniorinnen sind wahlmüde

Im Alter ist dies offenbar genau umgekehrt. Die zweitniedrigste Wahlbeteiligung ergab sich bei den Geburtsjahrgängen 1947 und älter. Und vor allem Frauen sind in dieser Altersklasse wahlmüde, wie die Statistik ergab. Eine weitere Auffälligkeit bei dieser Gruppe: Niemand wählt so häufig die CSU wie Seniorinnen. 47,1 Prozent der 1947 und früher geborenen Frauen wählten die bayerische Regierungspartei, wohingegen die 1993 bis 1999 geborenen Männer mit 20,7 Prozent besonders ungern die CSU wählten. Der Zweitstimmenanteil der Christlich-Sozialen betrug in der bayerischen Landeshauptstadt 30,0 Prozent.

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Während ältere Menschen eher die CSU wählen, sind die Grünen eindeutig die Partei der Jugend. So wählten immerhin 24,1 Prozent der 1993 bis 1999 Geborenen die Öko-Partei, aber nur 6,0 Prozent der über 70-Jährigen. Die Grünen erreichten bei der Bundestagswahl 17,2 Prozent, exakt ein Prozent mehr als die SPD. Bei den Sozialdemokraten ist im Übrigen bei der Wählergunst kaum ein Geschlechterunterschied festzustellen, wohl aber in der Präferenz der Altersgruppen. So kann die SPD bei jungen Menschen offensichtlich kaum noch punkten. Nur 11,7 Prozent der 18- bis 25-Jährigen gaben den Sozialdemokraten ihre Zweitstimme, bei den über 70-Jährigen liegt die SPD hingegen mit einem Anteil von 21,7 Prozent weit über dem Durchschnitt.

AfD besonders bei jungen Menschen unbeliebt

Die FDP (Gesamtergebnis: 14,2 Prozent) ist bezogen auf das Wahlverhalten eher eine Männerpartei. Die Liberalen wurden zu 16,1 Prozent von Männern gewählt – bevorzugt von jüngeren – und nur mit 12,0 Prozent von Frauen. Die AfD (Gesamtergebnis: 8,4 Prozent) erreichte bei den Männern mit 11,8 Prozent einen fast doppelt so hohen Stimmenanteil wie bei den Frauen mit 6,5 Prozent. Relativ unbeliebt war die AfD bei den 18- bis 25-Jährigen mit nur 4,9 Prozent. Am meisten konnten die Rechtspopulisten bei den 60- bis 69-Jährigen mit 12,8 Prozent der Stimmen punkten.

Die Linke schnitt in München mit 8,3 Prozent genauso stark ab wie die AfD. Besonders beliebt war die Partei bei Jungwählern mit 10,8 Prozent, aber auch bei den 60-bis 69-Jährigen (10,6 Prozent). Bei den über 70-Jährigen sank der Zustimmungsanteil hingegen wieder rapide auf 4,7 Prozent.

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