+
Der Bundesrechnungshof hegt offenbar Zweifel an den Bauplänen für die zweite Stammstrecke der S-Bahn.

Bundesrechnungshof prüft Finanzierung

Neue Zweifel an zweiter Stammstrecke

München – Der Bundesrechnungshof hegt offenbar Zweifel an den Bauplänen für die zweite Stammstrecke der S-Bahn. Die Behörde prüft nach Informationen unserer Zeitung, ob die geplante Finanzierung des Projekts solide ist.

 Dies bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Quellen. Die Behörde selbst wollte sich am Dienstag nicht äußern.

Im November des vergangenen Jahres hatte Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) einen Durchbruch verkündet. Bei einem Spitzengespräch habe man sich darauf verständigt, das Darlehen von Bund, Land und Stadt München für die dritte Startbahn am Flughafen in Höhe von 492 Millionen Euro umzuwidmen. Der Bund habe sich bereit erklärt, seinen Anteil in Höhe von 128 Millionen Euro als Zuschuss einzubringen. Etwa einen Monat nach diesem Durchbruch wurde der Bundesrechnungshof aktiv. Eine Sprecherin Zeils re- agierte gelassen auf die Prüfung: „Wir unterstützen den Bundesrechnungshof nach Kräften. Wir haben nichts zu verbergen.“

Von der Prüfung dürfte abhängen, ob das immer wieder aufgeschobene Großprojekt jemals gebaut wird. Auch im Wahlkampf könnte die Entscheidung eine Rolle spielen. „Mein Eindruck ist, dass zum Ende des dritten Quartals, also Ende September, ein Ergebnis vorliegt“, sagt Ewald Schurer (SPD), Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag. In Bayern wird am 15. September gewählt, im Bund eine Woche später.

Marienhof: Was die Ausgrabungen alles zum Vorschein bringen

Marienhof: Was die Ausgrabungen alles zum Vorschein bringen

Bereits 2006 hatte der Bundesrechnungshof die Stammstrecke geprüft, die Arbeit jedoch ausgesetzt, weil eine Realisierung der Pläne „nicht absehbar“ sei. Damals war man von Baukosten von 1,5 Milliarden Euro ausgegangen. Heute veranschlagt die Staatsregierung offiziell 2,047 Milliarden Euro. In internen Dokumenten des Aufsichtsrats der Deutschen Bahn war zwischenzeitlich schon von 2,433 Milliarden die Rede. Auch wenn dies eilig dementiert wurde, bleiben Zweifel. Toni Hofreiter (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, unterstellt der Staatsregierung „keinen vernünftigen Umgang mit der Wirklichkeit“. Es sei an der Zeit, alle Kosten transparent auf den Tisch zu legen. „Und dann muss man überlegen, ob man das Projekt zu diesem Preis haben will.“

mik

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

US-Finanzminister verteidigt Trumps Äußerungen zu Charlottesville
Mit seinen Äußerungen über die Geschehnisse in Charlottesville hat Donald Trump für Wirbel gesorgt. Nun bekommt er Rückendeckung.
US-Finanzminister verteidigt Trumps Äußerungen zu Charlottesville
Berlin will Auslieferung Akhanlis an Türkei verhindern
Die spanische Polizei nimmt auf Bitten der Türkei einen kritischen Schriftsteller im Urlaub fest. Der Fall ist brisant, die Bundesregierung alarmiert - denn der Mann ist …
Berlin will Auslieferung Akhanlis an Türkei verhindern
Junge seit Anschlag vermisst: Wo ist Julian (7)?
Nach dem Anschlag in Barcelona fahndet die Polizei nach Verdächtigen. Von einem siebenjährigen Jungen fehlt jede Spur. Alle Neuigkeiten finden Sie in unserem News-Ticker:
Junge seit Anschlag vermisst: Wo ist Julian (7)?
Bundestagswahl 2017: AfD kommt laut aktueller Umfrage ins Straucheln
In einer aktuellen Umfrage zur Bundestagswahl 2017 muss die AfD einen Tiefschlag verkraften - in Bayern befinden sich die Alternativen in einem Umfragetief. Hier geht es …
Bundestagswahl 2017: AfD kommt laut aktueller Umfrage ins Straucheln

Kommentare