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Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak machte trotz Gerüchten, er sei todeskrank, einen munteren Eindruck.

Richter gibt Vorsitz ab

Mubarak-Prozess: Neuaufnahme geplatzt

Kairo - In Ägypten hat der Richter die Neuaufnahme des Prozesses gegen Ex-Präsident Husni Mubarak abgegeben: Er fühle sich "unbehaglich", so seine Begründung. 

Der munter wirkende Mubarak, dessen angeschlagene Gesundheit in den vergangenen Monaten für einiges Aufsehen gesorgt hatte, wurde am Samstag per Hubschrauber von einem Krankenhaus in ein Gerichtsgebäude in Kairo gebracht. Das Verfahren wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Tötung Hunderter Demonstranten wurde bereits kurze Zeit später vertagt, als der Richter ankündigte, den Fall an das Berufungsgericht zurückzugeben, um einen neuen Richter zu bestimmen. Er begründete seine Entscheidung mit einem Gefühl der „Unbehaglichkeit“.

Der Richter, Mostafa Hassan, hatte im Oktober unter politischen Aktivisten in Ägypten für einen Aufschrei gesorgt, als er die Freilassung von 25 Mubarak-Anhängern anordnete, denen die Organisation eines Angriffs auf den Tahrir-Platz während des Volksaufstands 2011 vorgeworfen wurde. Der Platz in Kairo galt als Zentrum der Protestbewegung gegen das Mubarak-Regime.

Mubarak war wegen der Beihilfe zum Mord an rund 900 Demonstranten während des Volksaufstands 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Januar kippte ein ägyptisches Berufungsgericht das Urteil und ordnete einen neuen Prozess an. Das Gericht begründete dies mit Unzulänglichkeiten im ersten Gerichtsverfahren.

Der 84-jährige Mubarak war seit seiner Verurteilung im Juni 2012 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Im vergangenen Jahr gab es mehrmals unbestätigte Berichte, wonach der Tod des gesundheitlich angeschlagenen Ex-Staatschefs unmittelbar bevorstehe. Zu seinem Gerichtstermin am Samstag erschien Mubarak mit braungetönten Brillengläsern. Er verfolgte das Geschehen am Samstag gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Alaa und Gamal, sowie dem ebenfalls angeklagten Ex-Innenminister Habib al-Adli, von dem Käfig im Gerichtssaal aus.

Neben Mubarak und al-Adli müssen sich auch sechs Polizeigeneräle in dem Berufungsverfahren vor Gericht verantworten. Die sechs Generäle waren wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Volksaufstand im ersten Prozess freigesprochen worden. Der Vorsitzende Richter hatte damals auf mangelnde Beweise verwiesen.

AP

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