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Der neue SPD-Landesvorsitzende Sebastian Hartmann (l.) freut sich mit seinem Vorgänger Michael Groschek (M.) und dem SPD-Fraktionschef Thomas Kuschaty. Foto: Bernd Thissen

Neubeginn in alter Hochburg

Neuer NRW-SPD-Chef Hartmann: "Niemand will traurige Truppe"

Es war eine Zitterpartie - doch dann jubelte die SPD in Nordrhein-Westfalen ihrem neuen Vorsitzenden sogar zu. Ein wenig bekannter 40-Jähriger ist nun Chef des mächtigen Landesverbands.

Bochum (dpa) - Mit solidem Rückhalt tritt der in der breiten Öffentlichkeit bisher kaum bekannte Sebastian Hartmann den Vorsitz der schwächelnden nordrhein-westfälischen SPD an. Der 40 Jahre alte Bundestagspolitiker kam beim Landesparteitag in Bochum am Samstag auf 80,3 Prozent Zustimmung der Delegierten.

Ein Jahr nach der Pleite bei der Landtagswahl leitete der mitgliederstärkste SPD-Landesverband mit der Verjüngung seiner kompletten Parteispitze einen Neuanfang ein.

"Auf nach vorne mit der NRW-SPD!", rief der sichtlich erleichterte Hartmann nach seiner Wahl. "Das wird was, ich freue mich darauf, los geht's!" Der gebürtige Bornheimer, der seit 2013 im Bundestag sitzt, war von einer als intransparent kritisierten Findungskommission für den Parteivorsitz nominiert worden. Er folgt auf das SPD-Urgestein Michael Groschek (61), der die NRW-SPD seit der Niederlage bei der Landtagswahl und dem Rücktritt von Hannelore Kraft geführt hatte. Hartmann wird weiter auch Bundestagsabgeordneter in Berlin bleiben.

Bei der Wahl stimmten 367 Delegierte für Hartmann, 69 gegen ihn, 21 enthielten sich. Hartmann zog mit einer kämpferischen Rede die Delegierten auf seine Seite. Die SPD müsse aufhören, zu klagen und gegen sich selber zu kämpfen. "Niemand will eine traurige Truppe, die selbst nicht an ihren Erfolg glaubt." Der mitgliederstärkste SPD-Landesverband müsse eine starke Opposition in NRW und Ideengeber im Bund sein. "Wir müssen ein doppelter Motor sein."

Website Hartmann

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Parteitag

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