Im Mittelmeer

Neuer Rekordwert: 4400 Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet

Lampedusa/Malta - Insgesamt 4400 Flüchtlinge sind am Samstag im Mittelmeer aus Seenot gerettet worden, dies ist der höchste Wert für einen einzigen Tag seit Jahren.

Die italienische Küstenwache teilte mit, sie habe im Laufe des Tages Notrufe von 22 Flüchtlingsbooten auf der Überfahrt von Libyen erhalten. Die Schlauch- oder Fischerboote seien gefährlich überladen gewesen und hätten vielfach keine Rettungseinrichtungen an Bord gehabt.

An dem Rettungseinsatz nahmen demnach Schiffe der italienischen Küstenwache, der Marine und des Zolls sowie Schiffe der norwegischen und der irischen Marine teil. Berichte über Opfer lagen nicht vor.

Die Küstenwache erklärte, da sie vorläufig keine Kapazitäten mehr frei habe, seien am Sonntag Handelsschiffe gebeten worden, weiteren Flüchtlingsbooten zu Hilfe zu kommen. Die geretteten Migranten sollten am Sonntag in süditalienischen Häfen an Land gebracht werden. Mit ihnen steigt die Zahl Flüchtlinge, die seit Jahresbeginn die italienische Küste erreichte, auf 108.000. Italien klagt seit langem, dass die anderen EU-Staaten es in der Flüchtlingskrise allein lassen, doch reist ein Großteil der Migranten weiter nach Mittel- und Nordeuropa.

Nahezu täglich versuchen derzeit hunderte Menschen, von Afrika nach Europa zu gelangen. Dabei kommt es immer wieder zu teilweise schweren Unglücken. Schätzungen zufolge starben in diesem Jahr schon 2500 Flüchtlinge bei der gefährlichen Überfahrt.

AFP/dpa

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