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Ärgert ihn der Islam-Satz wirklich? Horst Seehofer muss Kritik einstecken.

CSU-Innenminister in der Kritik

Neuer Vizekanzler wettert gegen Seehofers Islam-Satz

Finanzminister und Vizekanzler Scholz warnt vor einem Handelskrieg mit den USA und erklärt, was er von Seehofers Islam-Satz hält.

Berlin - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat vor den Folgen eines Handelskriegs mit den USA gewarnt. "Ich mache mir schon ernste Sorgen, dass die Grundlage unseres Wohlstands, der freie Handel, aufs Spiel gesetzt wird", sagte Scholz der Bild-Zeitung. Protektionismus sei nicht die Antwort auf die Schwierigkeiten unserer Zeit. "Die Lage ist ernst."

Der Finanzminister kündigte an, mit einer gemeinsamen europäischen Haltung auf die US-Drohung zu reagieren, Strafzölle auf Autos zu erheben. "Wir werden der US-Seite unseren Standpunkt sehr deutlich machen - und auf die europäischen Freunde in der EU ist Verlass."

G20-Treffen in Buenos Aires: Olaf Scholz (SPD).

Scholz äußerte sich in Buenos Aires. Dort treffen sich am Montag die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G20). Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hatte vor Beginn des Treffens vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt: Sie könnten das weltweite Wachstum empfindlich bremsen.

Scholz erklärt, was er über Seehofers Aussage denkt

Der neue Finanzminister äußerte sich auch über Kabinettskollege Horst Seehofer. Der hatte in der vergangenen Woche gleich den ersten Koalitionsstreit angezettelt. Seehofer erklärte in der Bild-Zeitung: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“.

Lesen Sie auch: „Acht Jahre alte Debatte“ - Viel Kritik für Seehofers Islam-Aussage

Scholz erklärte: „Ich habe vor allem gedacht: Was soll denn das jetzt, gibt es nichts Wichtigeres? Der Satz hat doch keinerlei Bedeutung für unseren Alltag. Im Übrigen ist er Seehofer doch ziemlich auf die Füße gefallen. Ihn wird das am meisten ärgern.“ Scholz will Seehofer aber auch künftig vertrauen, fügte er an.

Immerhin stellt sich die CSU in Bayern in der Debatte hinter ihren Parteichef.

dpa, mke

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