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Neues Kundus-Video aufgetaucht

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Ein neues Video vom Angiff auf zwei Tanklastzüge am 4. September im afghanischen Kundus ist aufgetaucht. © dpa

Berlin - Neues Video zum umstrittenen Angriff: Die Bombardierung der zwei Tanklastzüge in Afghanistan ist auch von Kameras im Feldlager Kundus aufgenommen worden.

Auch von der Situation vor dem Angriff standen dem kommandierenden deutschen Oberst Georg Klein Videoaufnahmen zur Verfügung, wie die “Bild“-Zeitung am Freitag berichtete. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, erklärte zudem, dass die interne Kommission des Ministeriums zur Aufklärung der Informationspannen am Mittwoch ihre Untersuchungen abgeschlossen habe.

Chronik der Kundus-Affäre

Dienst sagte, bei den Videos, die teilweise von “Bild“ und “Bild.de“ veröffentlicht wurden, handele es sich um die “Raumbeobachtungsanlage“ des Feldlagers. Die Aufnahmen seien als Anlage mit dem Feldjägerbericht nach dem Luftangriff an das Ministerium geschickt worden. “Bild“ hatte berichtet, der Bundeswehr hätten über die Videos der bombardierenden US-Kampfjets hinaus eigene Aufnahmen zur Verfügung gestanden. Dienst stufte die Videos, die in der Geheimschutzstelle des Bundestages auch Abgeordnete einsehen könnten, allerdings als weniger relevant für die Aufklärung der Lage ein.

Wie das Blatt weiter schrieb, lagen schon am frühen Morgen des 4. September, also wenige Stunden nach dem tödlichen Bombardement Videobilder der Jets dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam vor. Auf den Bildern seien eindeutig sowohl Personen mit Waffen zu erkennen gewesen, aber auch Menschen ohne Waffen. Nach dem Bericht der NATO wurden bis zu 142 Menschen bei dem Angriff getötet, darunter viele Zivilisten.

Der blutige Angriff in Kundus

Aus “Bild“ vorliegenden Dokumenten gehe zudem hervor, dass die Operation der Bundeswehr offenbar deutlich früher begonnen habe als bislang bekannt. Dazu sagte der Ministeriumssprecher unter Hinweis auf die bevorstehenden Ermittlungen des Untersuchungsausschusses zu dem Luftschlag nichts. Dienst verglich die aufnehmende Kamera am Boden mit der Überwachungsanlage eines Kaufhauses. Die Bundeswehr gebe solche Videos jedoch nicht frei, um dem Gegner nicht zu viele Informationen über ihr taktisches Vorgehen zu geben. “Sonst können wir das Tor gleich aufmachen“, sagte Dienst. Zur Wichtigkeit der Aufnahmen sagte er: “Was das Video hergeben soll, erschließt sich nicht, wenn man da reinguckt.“

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