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Papst Franziskus feiert im Petersdom im Vatikan die Neujahrsmesse. Foto: Andrew Medichini

Neujahrsmesse

Papst beklagt "spirituelle Verwaisung"

Die Worte des Papstes am Neujahrstag klingen diesmal besonders bitter. Wieder gab es einen schweren Anschlag. Franziskus verlangt ein Ende der Gewalt. Jeder könne dafür etwas tun.

Rom (dpa) - Angesichts neuen Terrors hat Papst Franziskus an Neujahr die Menschen zu einer Welt ohne Hass und Gewalt aufgerufen.

Es werde ein gutes Jahr, wenn jeder versuche, Tag für Tag etwas Gutes zu tun, sagte der Pontifex am Sonntag beim Angelusgebet nach der Neujahrsmesse auf dem Petersplatz vor rund 50.000 Gläubigen. Man schaffe Frieden, indem man "Nein" zu Hass und Gewalt und "Ja" zur Brüderlichkeit und Versöhnung sage.

Der 80-Jährige gedachte zugleich der Opfer des neuen Anschlags in Istanbul mit Dutzenden Toten. "Leider hat die Gewalt auch wieder in dieser Nacht der Wünsche und der Hoffnung zugeschlagen", sagte er. Er sei im Gebet nahe bei den Familien der Angehörigen, bei den Verletzten und bei dem gesamten türkischen Volk. Der Herr möge alle unterstützen, die gegen "das Übel des Terrors" und das Blutvergießen arbeiteten, das die Welt in Angst versetze.

Zum Weltfriedenstag, den die katholische Kirche seit 50 Jahren am 1. Januar begeht, rief Franziskus auch zu einer gewaltfreien Politik auf.

In seiner Neujahrsmesse warnte der Argentinier vor Egoismus und "spiritueller Verwaisung". Diese Verwaisung gewinne in einem "narzisstischen Herzen Raum, das nur auf sich selbst und auf die eigenen Interessen zu schauen weiß", sagte er. Diese Haltung sei "ein Krebsgeschwür, das leise die Seele zerfrisst und verdirbt". In einer zersplitterten und gespaltenen Kultur und mit dem Verlust der Familienbande würde "das Gefühl der Verwaisung und der großen Leere und Einsamkeit zunehmen".

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