Grünes Licht für Neustart bei Endlager-Suche

Berlin - Jahrzehntelang galt der Salzstock in Gorleben als perfektes Endlager für Atommüll. Doch jetzt soll die Suche nach einer Lagerstätte für radioaktive Abfälle noch einmal ganz von vorne beginnen.

Die Bundesregierung hat den Weg für die bundesweite Suche nach einem Atommüll-Endlager geebnet. Das Kabinett billigte am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf, der noch von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden muss. Bund und Länder hatten sich vor zwei Wochen auf den Neustart bei der Endlagersuche verständigt.

Nachdem der Salzstock im niedersächsischen Gorleben jahrzehntelang als Lagerstätte vorgesehen war, soll jetzt eine 24-köpfige Kommission bis Ende 2015 die Grundlagen für eine neue Suche erarbeiten. Am Ende sollen zwei Standorte unterirdisch erkundet werden, um bis zum Jahr 2031 ein atomares Endlager zu bestimmen.

Allerdings müssen demnächst noch 26 Atommüllbehälter aus Wiederaufarbeitungsanlagen im Ausland aufgenommen werden. Ursprünglich sollten sie ins Zwischenlager nach Gorleben. Das wurde bei der Bund-Länder-Einigung jedoch verworfen.

Die Endlagersuche und das Problem der Zwischenlagerung wurden dem Vernehmen auch bei einem Treffen thematisiert, zu dem Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Vertreter der Energiekonzerne am Mittwochvormittag zusammengekommen waren. Einzelheiten über den Inhalt des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt.

Die offene Frage der Castor-Zwischenlagerung wird nach Einschätzung der Grünen die Reform der Endlagersuche nicht gefährden. „Ich gehe davon aus, dass dieses Gesetz durchkommen wird“, sagte Spitzenkandidat Jürgen Trittin der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er erwarte auch, „dass wir am 5. Juli im Bundesrat die abschließende Beratung des Standortauswahlgesetzes haben werden“.

„In Schleswig-Holstein gibt es schon einmal die politische Bereitschaft, Castoren unter bestimmten Bedingungen zwischenzulagern“, erklärte Trittin. „Ob Castoren wirklich dorthin kommen, ist eine Frage, die in einem ordentlichen Genehmigungsverfahren geklärt werden muss.“

Die Koalition von SPD, Grünen und SSW in Kiel knüpft eine mögliche Zwischenlagerung an mehrere Bedingungen, darunter die Beteiligung anderer Bundesländer und eine neue Sicherheitsprüfung.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seehofer verteidigt Strategie der CSU - und seine Unterstützung für Merkel
Seehofer hat sich über die Kritik an seinem Wahlkampf offenbar derart geärgert, dass er schon vor der Wahl sein Vorgehen und die Unterstützung für Merkel rechtfertigt.
Seehofer verteidigt Strategie der CSU - und seine Unterstützung für Merkel
AfD darf angebliches Grünen-Zitat nicht mehr verwenden
Ein Gericht hat der Bielefelder AfD einen Dämpfer verpasst: Sie darf ein angebliches Zitat der Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt nicht mehr verbreiten. …
AfD darf angebliches Grünen-Zitat nicht mehr verwenden
Kreml zu Facebook-Anzeigen: „Wissen nicht, wie man sowas bucht“
Hat der Kreml im US-Wahlkampf Anzeigen auf Facebook schalten lassen? „Nein“, sagt Moskau. Und nennt eine verblüffende Begründung.
Kreml zu Facebook-Anzeigen: „Wissen nicht, wie man sowas bucht“
Wofür steht AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland?
Alexander Gauland ist AfD-Spitzenkandidat und Gründungsmitglied der Partei. Im Wahlkampf hat er nicht selten mit umstrittenen Äußerungen für Furore gesorgt. Was Sie über …
Wofür steht AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland?

Kommentare