Neuwahl in Straubing-Bogen: CSU verliert absolute Mehrheit

Straubing - Denkzettel für die CSU nach der Wahlmanipulation in Straubing-Bogen: Sie verliert bei der Neuwahl die absolute Mehrheit im Kreistag. In Geiselhöring setzt sich dagegen der CSU-Kandidat deutlich durch.

Bei der Neuwahl zum Kreistag in Straubing-Bogen hat die CSU ihre absolute Mehrheit verloren. Die Neuwahl war nach Manipulationen im niederbayerischen Geiselhöring nötig geworden. Laut dem vorläufigen Ergebnis kam die CSU am Sonntag auf 47,1 Prozent (-3,8 Prozentpunkte). Von den 60 Sitzen im Kreistag hat die CSU nun nur noch 28. Bei der Kommunalwahl im März hatte die Partei noch 31 Sitze inne.

Zweitstärkste Partei im Kreistag sind die Freien Wähler, die 13 Sitze bekommen, vor der SPD und der ÖDP (jeweils 7 Sitze). Die Regierung von Niederbayern hatte die Wahl vom Vorjahr für ungültig erklärt, weil mehrere 100 Erntehelfer in Geiselhöring abgestimmt hatten. 85 Menschen waren jedoch gar nicht wahlberechtigt, 260 Stimmzettel wurden nicht von den Wahlberechtigten ausgefüllt.

Bei der Bürgermeisterwahl in Geiselhöring hat sich am Sonntag dagegen der CSU-Kandidat klar durchgesetzt. Herbert Lichtinger erhielt 2312 Stimmen. Bernhard Krempl von den Freien Wählern kam auf 1448 Stimmen. Im März 2014 hatte Lichtinger dagegen erst gut 300 Stimmen Vorsprung zum damaligen Amtsinhaber Krempl gehabt.

Der Kreisvorsitzende der CSU in Straubing-Bogen, Josef Zellmeier, hatte mit dem Verlust von zwei bis drei Sitzen gerechnet. „Gleich drei wichtige Kandidaten standen nicht mehr auf unserer Liste. Das konnten wir nicht kompensieren“, sagte der 49-Jährige. Vor allem der jetzige Landrat, Josef Laumer (CSU), hatte als absolutes Zugpferd bei der letzten Wahl mehr als 64 000 Stimmen erhalten. Bei der jetzigen Nachwahl kam Zellmeier als erfolgreichster CSU-Kandidat auf gut

38 000 Stimmen.

Landrat Laumer räumte die Niederlage seiner Partei bei der Kreistagswahl ein: „Der allgemeine Verdacht gegen die CSU hat wohl eine Rolle gespielt“, sagte er am Montag auf Anfrage. Gründe seien aber auch in der niedrigen Wahlbeteiligung zu sehen. Bei der Kreistagswahl waren lediglich 44,7 Prozent der Wähler zur Urne gegangen. Im Vorjahr waren es noch 66 Prozent.

dpa

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