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Nach den Sex-Attacken von Köln fordert ein Kolumnist der "New York Times" den Rücktritt von Kanzlerin Angela Merkel.

Nach Sex-Attacken von Köln 

"New York Times": Kolumnist fordert Rücktritt von Kanzlerin Merkel

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New York - Nach den Sex-Attacken von Köln fordert ein Kolumnist der "New York Times" den Rücktritt von Kanzlerin Angela Merkel. Sie habe in der Flüchtlings-Krise komplett versagt.

Update vom 11. Februar 2016: Plant Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) ein Komplott gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU)? Stoiber weist einen entsprechenden Bericht zurück. Das steckt hinter den Gerüchten.

 "Deutschland am Abgrund" lautet die Überschrift der aktuellen Kolumne des konservativen Kolumnisten der ansonsten eher liberalen "New York Times".

Die Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird auch außerhalb Europas immer lauter: "Deutschland am Abgrund" lautet die Überschrift der aktuellen Kolumne des konservativen Kolumnisten, der ansonsten eher liberalen "New York Times". Douthat fordert darin nichts weniger als den Rücktritt der Bundeskanzlerin. "Angela Merkel muss gehen, damit Deutschland - und der Kontinent der es umgibt - nicht einen zu hohen Preis für ihre Dummheit bezahlen muss." Merkels Kurs in der Flüchtlingskrise führe den Kontinent geradewegs ins Chaos, konstatiert der Kolumnist. 

Als Aufhänger für seine Abrechnung mit der Flüchtlings-Politik der Kanzlerin nimmt Douthat die Sex-Attacken von Asylbewerern auf Frauen in der Silvesternacht in Köln. "Obwohl es ähnliche Vorfälle von Hamburg bis Helsinki gab, spielten die Behörden die Übergriffe zunächst herunter, damit sie nicht unbequem für Angela Merkels Politik erscheinen, den Flüchtlingen Massen-Asyl zu gewähren", schreibt er.

Auch nach der Skandal-Nacht von Köln sei es der deutschen Regierung wichtiger, gegen Hasskommentare in sozialen Netzwerken vorzugehen, als gegen den massenhaften Zustrom von Flüchtlingen. Douthat weist drauf hin, dass Justizminister Heiko Maas (SPD) sich zwar mit Facebook und Twitter auf Maßnahmen gegen Hassparolen geeinigt habe. Einer von CSU-Chef Horst Seehofer geforderten Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen habe Kanzlerin Merkel auf der CSU-Klausurtagung in Kreuth hingegen vor wenigen Tagen eine klare Absage erteilt.

"New York Times"-Kolumnist: Darum ist der Rücktritt von Angela Merkel in der Flüchtlings-Krise unabdingbar

Douthat weist darauf hin, dass Konservative auf beiden Seiten des Atlantiks jahrzehntelang vor den Folgen einer falschen Einwanderungspolitik gewarnt hätten: Vor den Schwierigkeiten bei der Integration der Migranten, vor der Gefahr der Radikalisierung und vor Gewalttaten wie man sie bei den Terroranschlägen in Paris und den Sex-Attacken in Köln erlebte. 

Der Kolumnist der "New York Times" sieht das Problem nicht allein darin, dass Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa strömen. Als Bedrohung für den Kontinent wertet er vor allem die Tatsache, dass ein Großteil der Flüchtlinge junge Männer seien. Und zwar Männer mit einem Frauenbild, das den Werten des zeitgenössischen Europa diametral entgegenstehe. Was dabei herauskomme, habe man bei den Sex-Attacken in Köln und anderen Städten erlebt. Was bei der Integration der türkischen oder nordafrikanischen Zuwanderer in Deutschland und Frankreich über den Zeitraum von Jahrzehnten noch einigermaßen funktionierte, werde in der aktuellen Flüchtlingskrise scheitern, prophezeit Douthat. "Wenn Sie der Bevölkerung in einem kurzen Zeitraum eine Million (oder Millionen von) Menschen hinzufügen, die meisten von ihnen junge Männer, erhalten Sie eine ganz andere Art von Verschiebung."

Flüchtlingskrise: Das droht Deutschland und Europa

Vor diesem Szenario findet Ross Douthat vernichtende Worte für Kanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung: ""Wenn Sie glauben, dass eine alternde, säkularisierte und weitgehend homogene Gesellschaft friedlich eine Einwanderungswelle dieser Größe mit so unterschiedlichem kulturellem Hintergrund aufnehmen kann, dann haben Sie eine großartige Zukunft als deutscher Regierungspressesprecher. Sie sind aber auch ein Idiot."

Die Folgen der Flüchtlingskrise könnten nicht nur wachsende Konflikte zwischen Einheimischen und Neuankömmlingen sowie ein Anstieg des Terrorismus sein, sondern auch eine Wiederkehr der politischen Unruhen der 1930er Jahre. Noch habe die deutsche Regierung aber die Möglichkeit dieses Schreckensszenario abzuwenden, meint Douthat. Dazu müsse Deutschland umgehend die Grenzen dicht machen und Neuankömmlinge abweisen. Außerdem müsse die Regierung möglichst rasch damit beginnen, leistungsfähige junge Männer abzuschieben. Mit einer Kanzlerin Merkel am Ruder, die in der Flüchtlingskrise auf ihrem "Wir schaffen das!" beharrt, sind solche radikalen Maßnahmen freilich nicht umsetzbar. Deshalb ist für Ross Douthat ein Rücktritt der Kanzlerin unabdingbar, falls Deutschland das Ruder noch herumreißen will.

"New York Times" fordert Merkel Rücktritt - Abkehr von bisheriger Linie

Die einflussreiche und als liberal geltende amerikanische "New York Times" kommentierte die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung bislang äußerst wohlwollend. Ende des vergangenen Jahres bezeichnete der britische Journalist Roger Cohen die deutsche Bundeskanzlerin als "überragende Gestalt Europas" und lobte ihre Willkommensgeste gegenüber ankommenden Flüchtlingen als "Erlösungstat“. Und als im September täglich tausende Flüchtlinge den Münchner Hauptbahnhof erreichten, schaffte es ein Bild aus der bayerischen Hauptstadt sogar auf die Titelseite – nebst lobenden Zeilen für das große Engagement der freiwilligen Helfer.

fro

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