1. Startseite
  2. Politik

Zirkel um Putin lichtet sich: Nächster prominenter Berater verabschiedet sich aus dem Kreml

Erstellt:

Von: Tom Offinger

Kommentare

Die Reihen um Wladimir Putin lichten sich weiter. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat sich ein weiterer Berater des russischen Präsidenten aus dem Kreml verabschiedet.

Moskau - Vor etwas mehr als drei Monaten begann die russische Armee ihren Angriff auf die Ukraine. Seitdem hat sich in Moskau viel verändert: Die harten Sanktionen des Westens zwingen die Wirtschaft und damit auch die Bevölkerung in die Knie, eine kritische Berichterstattung über die „Sondermilitäroperation“ im Nachbarland wurde komplett untersagt und auch im Kreml weht mittlerweile ein anderer Wind. Während Wladimir Putins Macht unerschütterlich scheint, lichtet sich der Kreis um den 69-Jährigen immer mehr.

Krieg in der Ukraine: Schwiegersohn von Boris Jelzin verlässt Zirkel um Wladimir Putin

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat sich mit Walentin Jumaschew ein weiterer Vertrauter aus dem engsten Kreis des russischen Präsidenten verabschiedet. Jumaschew soll zwar keinen direkten Einfluss auf Putins Entscheidungen gehabt haben, allerdings handelt es sich bei dem 64-Jährigen um ein politisches Gesicht des „alten“ Russland. Als Schwiegersohn des langjährigen Präsidenten Boris Jelzin war er das letzte Mitglied der Familie mit Einfluss innerhalb der Kremlmauern.

Jelzin, der im Jahr 2007 verstarb, wirkte von 1991 bis 1999 als Oberhaupt der Russischen Föderation und war damit direkter Vorgänger von Wladimir Putin, der das Amt 1999 erstmals übernahm. Während der Amtszeit seines Schwiegervaters agierte Jumaschew als Kreml-Berater und anschließend als Stabschef am Amtssitz des Präsidenten. 1997 wurde er in dieser Rolle von Putin beerbt und wechselte daraufhin in die Präsidialverwaltung.

„Es war seine Initiative“, erklärte Ljudmila Telen Jumaschews Entscheidung auf Anfrage von Reuters. Telen ist die erste stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung des Boris-Jelzin-Präsidentenzentrums, in der auch der ehemalige Kreml-Berater als Kuratoriumsmitglied wirkt. Zudem unterstrich sie, dass Jumaschew seine Rolle als Berater bereits im April aufgegeben habe.

Krieg in der Ukraine: Hochrangige Berater quittieren Dienst

Neben Jumaschew hatten mit Anatoli Tschubais und Boris Bondarew jüngst bereits zwei andere Berater ihren Abschied aus dem Vertrautenkreis von Wladimir Putin verkündet. Tschubais hatte unter Jelzin ebenfalls als Stabschef gedient und räumte Ende März seinen Posten als Sonderbeauftragter des Kreml. Tschubais zeichnete sich in der postsowjetischen Ära als Wirtschaftsreformer verantwortlich und hatte in der jüngeren Vergangenheit immer wieder neue Reform eingefordert. Er soll sein Heimatland wegen des Kriegs in der Ukraine verlassen haben.

Bondarew hatte vor rund einer Woche nach 20 Jahren im russischen Auslandsdienst seinen Rücktritt als Berater bei den Vereinten Nationen verkündet. „Noch nie in meinem Leben habe ich mich so für mein Land geschämt“, schrieb der Diplomat in seiner Kündigungserklärung. „Dieser von Putin ausgelöste aggressive Krieg gegen die Ukraine, und gegen den gesamten Westen, ist nicht nur ein Verbrechen gegen die ukrainische Bevölkerung, aber auch, vielleicht, das schwerste Verbrechen gegen die Menschen in Russland“. (to)

Auch interessant

Kommentare