Schwere Vorwürfe

NGO: Libysche Küstenwache lässt drei Migranten im Meer zurück

Die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms wirft der libyschen Küstenwache unterlassene Hilfeleistung und das Zurücklassen von Migranten im Mittelmeer vor.

Rom - Die Seenotretter entdeckten am Dienstag auf dem offenen Meer eine Überlebende, die sich an die Überreste eines zerstörten Schlauchboots klammerte, wie sie auf Twitter mitteilten. Neben ihr fanden sie eine Leiche eines Kindes und die einer anderen Frau. Ein Video dokumentiert die Rettung der Frau am Fundort und die Leichen. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration, Flavio Di Giacomo, sprach von einem „dramatischen Vorfall“.

„Die libysche Küstenwache hat erklärt, dass sie ein Boot mit 158 Menschen an Bord abgefangen und medizinische und humanitäre Hilfe geleistet hat“, twitterte Proactiva-Gründer Oscar Camps. „Was sie nicht gesagt hat, ist, dass sie zwei Frauen und ein Kind an Bord gelassen und das Boot versenkt haben, weil sie nicht in das libysche Schiff einsteigen wollten.“

Ein Sprecher der libyschen Küstenwache schloss gegenüber der Deutschen Presse-Agentur kategorisch aus, dass Menschen auf dem Boot geblieben sein könnten. „Alle 158 an Bord wurden gerettet und niemand wurde zurückgelassen“, sagte der Verantwortliche für den zentralen Küstenabschnitt Libyens, Taufik al-Sakir. Die Berichte über drei Zurückgelassene seien „lächerlich“.

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Zuletzt sorgte das Verhalten Italiens für Aufsehen in Europa: Erst nach tagelanger Blockade konnten hunderte Bootsflüchtlinge in Sizilien an Land gehen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Uncredited (Archiv)

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