Blick auf die leere Redaktion der regierungskritischen Zeitung "La Prensa".
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Nicaragua: Geschäftsführer der Tageszeitung «La Prensa» in Untersuchungshaft

Vorwurf von Betrug und Geldwäsche

Nicaragua: Geschäftsführer der Tageszeitung «La Prensa» in Untersuchungshaft

Erneuter Schlag gegen die Opposition in Nicaragua: Der Geschäftsführer der Tageszeitung «La Prensa», Juan Holmann Chamorro, ist zu 90 Tagen Untersuchungshaft verurteilt worden.

Managua - Ihm wurden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft des mittelamerikanischen Landes am Montag mitteilte. Holmann Chamorro war am Samstag festgenommen worden - einen Tag, nachdem die Polizei Ermittlungen wegen derselben Vorwürfe gegen den Verlag verkündet und dessen Gebäude durchsucht hatte. Die gedruckte Version der Zeitung war am Freitag auf unbestimmte Zeit eingestellt worden.

In Nicaragua sind am 7. November Präsidentenwahlen geplant. Der ehemalige sandinistische Revolutionär Daniel Ortega (75) strebt seine vierte Amtszeit in Folge seit 2007 an. Seine Regierung war in den vergangenen Monaten massiv gegen die Opposition vorgegangen: Mehr als 30 Regierungskritiker wurden verhaftet, darunter sieben Präsidentschaftsbewerber und eine Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin. Die Opposition wirft der autoritären Regierung vor, mögliche Rivalen und Kritiker aus dem Weg räumen zu wollen.

Ortega war nach dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza 1979 - zunächst als Mitglied einer Junta, dann als Präsident - bis zu seiner Abwahl 1990 bereits an der Macht gewesen. Inzwischen wurde eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten abgeschafft.

Die 1926 gegründete Zeitung «La Prensa» gehört zu den bedeutendsten Medien des Landes und war während der Somoza-Diktatur eine wichtige kritische Stimme. Ihr Chefredakteur war einst Pedro Chamorro, Ehemann der späteren Staatspräsidentin Violeta Barrios de Chamorro, die Ortega bei der Wahl 1990 besiegte. Er wurde 1978 erschossen. Mit einer Tochter des Paares, Cristiana Chamorro, einer Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur einer Oppositionspartei, hatte die Verhaftungswelle begonnen: Sie wurde Anfang Juni unter Hausarrest gestellt. (dpa)

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