Chris Whitty, medizinischer Chefberater der Regierung von Großbritannien
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Chris Whitty, medizinischer Chefberater der Regierung von Großbritannien

Ende der Corona-Regeln in England

„Nicht aus dem Gröbsten raus“: Johnson-Berater erwartet „beängstigendes“ Niveau von Corona-Patienten

Wenige Tage vor dem Ende fast aller Corona-Regeln in England werden die Warnungen vor den Folgen lauter.

London - Die Zahl der Krankenhauseinweisungen könne innerhalb weniger Wochen ein „ziemlich beängstigendes“ Niveau erreichen, sagte der medizinische Berater der britischen Regierung, Chris Whitty. „Wir sollten nicht unterschätzen, dass wir überraschend schnell wieder in Schwierigkeiten geraten könnten.“ Auch wegen des Impfprogramms stehe Großbritannien zwar gut da. Aber: „Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus“, sagte Whitty bei einem Webinar des Londoner Science Museum am Donnerstagabend.

Zuvor hatte Premierminister Boris Johnson davor gewarnt, jede Vorsicht über Bord zu werfen, wenn am kommenden Montag (19. Juli) Abstandsregeln und Maskenpflicht enden, Nachtclubs öffnen und bei Veranstaltungen keine Obergrenze für Teilnehmer mehr gilt. Whitty zeigte sich überzeugt, dass die meisten Menschen sich weiterhin rücksichtsvoll verhalten würden. Johnson hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass „das Schlimmste“ hinter dem Land liege, „wenn wir vorsichtig sind und diese Krankheit und ihre andauernde Bedrohung weiterhin respektieren“.

Landesweit sind Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zuletzt deutlich gestiegen. Am Donnerstag meldeten die Behörden 63 Corona-Tote, den höchsten Tageswert seit Ende März. Ein wissenschaftliches Beratergremium geht von mindestens 1000 Corona-Patienten aus, die täglich in Kliniken kommen, wenn die Lockerungen in England in Kraft treten. (dpa)

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