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Bei einem Messerangriff auf dem Amsterdamer Hauptbahnhof sind zwei Menschen schwer verletzt worden.

"Islam beleidigt"

Messerattacke in Amsterdam: Verdächtiger wohnte in Deutschland - das war sein Motiv

Ein Mann sticht im Bahnhof von Amsterdam zwei Menschen nieder. Bei dem Täter handelt es sich um einen Afghanen der in Deutschland lebt. Er hat sich jetzt zu seinem Motiv geäußert.

Update vom 03.09.2018: Messerstecher von Amsterdam sieht Islam beleidigt

Ein 19 Jahre alte Afghane, der zwei US-Touristen im Hauptbahnhof von Amsterdam niederstach und schwer verletzte, hat damit nach eigenen Angaben auf Beleidigungen des Islam in den Niederlanden reagiert. Bei seinen Vernehmungen gab er an, in den Niederlanden würden der Prophet Mohammed, der Koran, der Islam und Allah beleidigt. Er nannte dabei den Rechtspopulisten Geert Wilders, teilte die Staatsanwaltschaft am Montagabend in Den Haag mit.

Zuvor hatte ein Untersuchungsrichter in Amsterdam angeordnet, dass der junge Mann zunächst für zwei Wochen in Haft bleibt. Der Afghane, der in Rheinland-Pfalz als Asylbewerber lebte und dessen Name mit Jawed S. angegeben wurde, war noch im Bahnhof bei einem Fluchtversuch von Polizisten mit Schüssen gestoppt worden; die Kugeln trafen ihn im Unterleib. Der Untersuchungsrichter entschied, es gebe ausreichend Gründe, um den Mann weiterhin in Haft zu halten.

In der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt es, der Afghane habe sich nicht ausdrücklich auf den Wettbewerb für Mohammed-Karikaturen bezogen, den Wilders für November geplant und am Vorabend des Messerangriffs abgesagt hatte. Wilders reagierte auf die Mitteilung der Staatsanwaltschaft im Kurznachrichtendienst Twitter: „Die Muslimterroristen hassen unsere Art zu leben und unsere Freiheiten. Sie beantworten Islamkritik mit Gewalt. Beinahe wöchentlich gibt es in Europa diese schrecklichen Messerangriffe auf unschuldige Menschen.“

Es gebe bisher keinerlei Hinweise darauf, dass Jawed S. bei seinem Anschlag im Hauptbahnhof Mittäter gehabt habe, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der junge Mann solle psychologisch und psychiatrisch untersucht werden. Derzeit befinde er sich noch unter Bewachung in einem Krankenhaus.

Update vom 02.09.2018: Messerangreifer wird Haftrichter vorgeführt

20.01 Uhr: Der Messerangriff eines 19 Jahre alten Afghanen auf zwei US-Touristen im Hauptbahnhof von Amsterdam ist aus Sicht der Ermittler eine Terrorattacke gewesen. Dies teilte die Stadt am Samstag in Abstimmung mit der Polizei mit. Erste Vernehmungen des Verdächtigen, der über eine deutsche Aufenthaltsgenehmigung verfügt, ergaben demnach, dass er ein terroristisches Motiv hatte.

Der Afghane hatte am Freitag zwei amerikanische Touristen im Bahnhof niedergestochen und schwer verletzt. Er war bei einem Fluchtversuch von Polizisten mit Schüssen gestoppt worden; die Kugeln trafen ihn im Unterleib.

Der Mann hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zuvor in Rheinland-Pfalz gelebt, blieb nach ersten Erkenntnissen bislang aber eher unauffällig. Als islamistischer Gefährder war der Verdächtige den deutschen Behörden nach diesen Informationen bislang wohl nicht bekannt.

14.50 Uhr: Der mutmaßliche Messerangreifer vom Amsterdamer Hauptbahnhof soll am Montag erstmals einem Haftrichter vorgeführt werden. Justizkreisen zufolge dürfte der Richter das Gewahrsam für den 19-jährigen Jawad S. um zunächst zwei Wochen verlängern, um den Ermittlern mehr Zeit für ihre Arbeit zu geben. S. war am Freitag mit dem Messer auf Passanten am Bahnhof losgegangen und hatte zwei US-Bürger schwer verletzt, ehe die Polizei das Feuer auf ihn eröffnete und ihn verletzte.

Die niederländische Polizei geht davon aus, dass S. aus "terroristischen Motiven" handelte. Der Verdächtige ist afghanischer Staatsbürger mit deutscher Aufenthaltserlaubnis. Auch in Deutschland wird gegen ihn ermittelt. Die niederländische Polizei schätzte den Gesundheitszustand des verletzten Verdächtigen und seiner Opfer am Wochenende jeweils als "zufriedenstellend" ein.

Update vom 02.09.2018: Ermittlungen in Deutschland zu Messerangreifer

Nach der als "terroristisch" eingestuften Messerattacke vom Amsterdamer Hauptbahnhof laufen auch in Deutschland die Ermittlungen auf Hochtouren. Deutsche Polizisten durchsuchten nach Angaben der niederländischen Behörden vom Samstag die Unterkunft des Angreifers, der eine deutsche Aufenthaltserlaubnis hat. Es seien "mehrere Datenträger" beschlagnahmt worden. Bei dem Angriff wurden zwei US-Bürger schwer verletzt. Nach Angaben der niederländischen Behörden verdichteten sich die Hinweise, dass der Angriff "terroristisch motiviert" war.

Die Leitung der Ermittlungen liegt bei der niederländischen Polizei. Diese gab den Namen des Verdächtigen mit Jawed S. an. Er werde im Krankenhaus polizeilich bewacht und solle am Montag einem Richter vorgeführt werden. Zu seinem Wohnort in Deutschland äußerten sich die Ermittler nicht.

Update vom 01.09.2018: Polizei konzentriert sich auf terroristisches Motiv

Nach dem Messerangriff eines Afghanen im Hauptbahnhof von Amsterdam mit zwei Schwerverletzten konzentriert sich die Polizei auf ein terroristisches Motiv. Dies teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit. Der Verdacht stützt sich demnach auf erste Aussagen des festgenommenen 19-jährigen Verdächtigen, der über eine deutsche Aufenthaltserlaubnis verfügt. Er war bei einem Fluchtversuch von Polizisten mit Schüssen gestoppt und im Unterleib verletzt worden. Weiter teilte die Stadt mit, dass auf Antrag der niederländischen Justizbehörden der deutsche Wohnsitz des Mannes durchsucht wurde. Dabei seien unter anderem mehrere Datenträger beschlagnahmt worden. Die beiden Verletzten sind Touristen aus den USA.

Update vom 01.09.2018: Deutsche Behörden ermitteln mit

Nach dem Messerangriff in Amsterdam haben die deutschen Behörden Ermittlungen zum Tatverdächtigen eingeleitet. Die niederländischen Kollegen hätten um Unterstützung gebeten, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA) am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte die niederländische Polizei erklärt, dass der Angreifer ein 19-jähriger Afghane mit deutscher Aufenthaltserlaubnis sei.

Derzeit liefen in Deutschland wie auch in den Niederlanden Ermittlungen zum Wohnort und zum Lebenslauf des Verdächtigen, sagte die BKA-Sprecherin. Die deutschen und niederländischen Behörden stünden in einem "engen polizeilichen Austausch". Die Leitung der Ermittlungen liege bei der niederländischen Polizei.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte AFP, dass der Angreifer eine deutsche Aufenthaltserlaubnis hat. Nähere Angaben - etwa, ob der Mann der Polizei bekannt war - konnte er zunächst nicht machen.

Bei den Opfern handelt es sich um US-Bürger, wie der Botschafter der USA in den Niederlanden, Pete Hoekstra, am Samstag mittelte. Die US-Botschaft sei mit ihnen und ihren Angehörigen in Kontakt gewesen.

Zwei Schwerverletzte bei Messerattacke in Amsterdam

Nach einem Messerangriff eines Mannes im Hauptbahnhof von Amsterdam ermittelt die Polizei auch wegen eines möglichen terroristischen Motivs. Bei dem Täter, der am Freitag mit einem Messer zwei Personen schwer verletzte, handele es sich um einen 19 Jahre alten Afghanen, teilten die Stadt und die Polizei gemeinsam mit. Der Mann sei im Besitz einer deutschen Aufenthaltserlaubnis gewesen. Man stehe daher mit den deutschen Behörden in „intensivem Kontakt“, um mehr Klarheit über ein mögliches terroristisches Tatmotiv zu bekommen.

Die Polizei habe den Eindruck gewonnen, dass der Mann die beiden Personen, die er in der Halle des Hauptbahnhofs niederstach, nicht bewusst oder mit einer besonderen Absicht ausgewählt habe. Die beiden Opfer wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter wurde durch die Schüsse, mit denen die Polizei ihn stoppte, nicht lebensgefährlich im Unterleib verletzt, hieß es. Bürgermeisterin Femke Halsema dankte der Polizei für schnelles und besonnenes Eingreifen. Nach der Tat war der Bahnhof kurzzeitig gesperrt worden. Es gab zahlreiche Verspätungen.

Erst am Donnerstag war ein 26 Jahre alter Pakistaner in Den Haag festgenommen worden, weil er in einem Video per Facebook angekündigt hatte, er wolle einen Anschlag auf den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders (54) verüben. Grund dafür seien Wilders Pläne, einen Wettbewerb für Karikaturen des Propheten Mohammed zu veranstalten. Wilders hatte wenig später erklärt, er habe den für November geplanten Wettbewerb gestoppt. Er wolle nicht, „dass der Wettbewerb „als Entschuldigung für islamistische Gewalt gebraucht wird“. Der Karikaturenwettbewerb hatte in islamischen Staaten zum Teil heftige Proteste hervorgerufen.

dpa/afp

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