+
Olaf Scholz und Kanzlerin Angela Merkel bei einer Sitzung des Bundeskabinetts

Es geht um knapp drei Milliarden Euro

„Niemand will profitieren“: Scholz möchte Zinserträge an Griechenland zurückzahlen

Ist Deutschland einer der Nutznießer der griechischen Schuldenkrise? „Noch“, könnte die Antwort lauten. Finanzminister Scholz beschwichtigt die Griechen.

Athen - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat Griechenland zugesichert, dass die Zinserträge der Bundesbank aus den griechischen Staatsanleihen an Athen zurückerstattet werden. Niemand wolle von der griechischen Krise profitieren, sagte Scholz der Samstagsausgabe der Athener Tageszeitung Ta Nea. Ziel der Finanzminister der Eurozone sei es, alle Gewinne der nationalen Zentralbanken regelmäßig dem griechischen Staat zurückzugeben.

Auf die Frage der Zeitung, ob Berlin einer der "Nutznießer" der griechischen Schuldenkrise sei, antwortete Scholz, bei diesem Thema scheine es ein "Missverständnis" zu geben.

An die Adresse Athens sagte der Minister weiter: "Die Vereinbarungen müssen eingehalten werden." Das sei die Voraussetzung dafür, dass Investoren und Unternehmer wieder Vertrauen in Griechenland hätten und in dem Land Investitionen tätigten.

Deutschland einer der größten Käufer von griechische Staatsanleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im Mai 2010 das sogenannte Securities Market Programme (SMP) aufgelegt. Der Kauf von Staatsanleihen sollte den Zinsdruck auf angeschlagene Eurostaaten senken. Deutschland gehörte bis 2012 zu den größten Aufkäufern der griechischen Staatsanleihen. Für die Bundesbank kamen nach Angaben der Bundesregierung bis Juni 2018 Zinserträge von 2,9 Milliarden Euro zusammen.

Griechenland hatte zu Beginn der Woche nach mehr als acht Jahren den sogenannten Euro-Rettungsschirm verlassen und muss sich nun wieder aus eigener Kraft finanzieren. Das dritte und bislang letzte Kreditprogramm lief am Montag aus. Offiziell steigt Hellas damit aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) aus und kehrt an die Finanzmärkte zurück. Allerdings bleibt der hoch verschuldete Mittelmeerstaat noch Jahre unter strikter Beobachtung.

Lesen Sie auch: Umfrage über Türkei-Hilfen - Deutsche mit eindeutiger Tendenz

AFP

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Maybrit Illner: Heftiger Nazi-Zoff zwischen Gauland und Göring-Eckardt 
Maybrit Illner hatte zu einer ZDF-Spezialsendung zum Thema „Neustart ohne Merkel - wer wird gewinnen und wer verlieren?“ eingeladen, die zu einer AfD-Spezialsendung …
Maybrit Illner: Heftiger Nazi-Zoff zwischen Gauland und Göring-Eckardt 
Seehofer nennt Zeitpunkt seines Rücktritts - Nachfolger dürfte klar sein
Als CSU-Chef will er abtreten, als Innenminister wohl noch nicht: Horst Seehofer hat mit seiner Ankündigung einmal mehr viele überrascht. Am Freitag ist er nun konkret …
Seehofer nennt Zeitpunkt seines Rücktritts - Nachfolger dürfte klar sein
Kramp-Karrenbauer: CDU-Vorsitz kein Vehikel für Kanzleramt
Berlin (dpa) - CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Konkurrenten um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, davor gewarnt, den Spitzenposten nur als …
Kramp-Karrenbauer: CDU-Vorsitz kein Vehikel für Kanzleramt
„Heute Journal“: Merz kontert Kleber im ZDF - und lässt zwei wichtige Fragen unbeantwortet
Der Kampf um die Nachfolge von Angela Merkel tobt. In Lübeck stellten sich die drei möglichen Kandidaten Kramp-Karrenbauer, Spahn und Merz den Parteimitgliedern. Alle …
„Heute Journal“: Merz kontert Kleber im ZDF - und lässt zwei wichtige Fragen unbeantwortet

Kommentare