Mahamadou Issoufou, Präsident des Nigers
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Mahamadou Issoufou, Präsident des Nigers (Archiv)

Etliche Terrorgruppen in Region aktiv

Schwerer Anschlag in Niger mit mehr als 70 Toten - Innenminister nennt erste Details

In Malis Nachbarstaat Niger kommt es zu einem schweren Anschlag. Die Bluttat geschieht zu einer Zeit, in der wichtige politische Weichenstellungen stattfinden.

Update vom 3. Januar, 9.05 Uhr: Nach einem Anschlag auf Dörfer im westafrikanischen Niger ist die Zahl der Todesopfer auf über 70 gestiegen. Das sagte Innenminister Alkache Alhada am Sonntag. Mindestens 20 Menschen wurden außerdem verletzt. Alhada bezeichnete die Angreifer als Dschihadisten. Im Niger und anderen Ländern in der Region sind zahlreiche Terrorgruppen aktiv, die Al-Kaida oder dem IS die Treue geschworen haben.

Der Überfall geschah am Samstag nahe der Grenze zu Mali in den Dörfern Tchombangou und Zaroumdareye. Der Angriff soll eine Vergeltung für die frühere Ermordung von zwei Kämpfern durch Dorfbewohner sein, sagte der Innenminister weiter. Die jungen Leute der beiden Dörfer hatten demnach versucht, in dem umkämpften Gebiet eine Selbstverteidigungsgruppe zu bilden. Es wird angenommen, dass die bewaffneten Männer auf Motorrädern aus dem benachbarten Mali gekommen sind. Die nigrischen Behörden verfolgen sie, sagte der Innenminister.

Schwerer Anschlag in Niger mit mehr als 50 Toten - Umstände bisher unklar

Erstmeldung vom 2. Januar: Niamey - In dem von Terror heimgesuchten westafrikanischen Land Niger haben Bewaffnete mindestens 56 Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt. Das gab Innenminister Alkache Alhada am Samstagabend in der Hauptstadt Niamey bekannt. Der Überfall hatte sich demnach nahe der Grenze zu Mali in den Dörfern Tchombangou und Zaroumdareye ereignet. Die genauen Umstände der Attacke sind noch unklar. Der Niger ist eins der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen.

Schwerer Anschlag: Niger ist Teil einer Organisation, die Terrorgruppen bekämpfen will

Im Niger und den anderen Ländern dieser Region sind etliche Terrorgruppen aktiv, die Al-Kaida oder dem Islamischen Staat (IS) die Treue geschworen haben. Zusammen mit Mali, Mauretanien, dem Tschad und Burkina Faso ist der Niger Teil der G5-Sahel-Gruppe, die Terrorgruppen bekämpfen will. Die Regierung hat zudem in den wüstenhaften Weiten außerhalb der Städte wenig Kontrolle, was nicht nur dschihadistische Gruppen, sondern auch kriminelle Netzwerke ausnutzen.

Im dem Sahelstaat waren am selben Tag die vorläufigen Ergebnisse der Präsidenten- und Parlamentswahlen bekanntgegeben worden. Staatschef Mahamadou Issoufou wird, wie von der Verfassung vorgesehen, den Posten nach seinen zwei Amtszeiten abgeben.

Schwerer Anschlag in Niger: Land ist wichtiger Partner der EU im Kampf gegen Terrorismus in der Region

Ein Verbündeter des ausscheidenden Präsidenten, der ehemalige Außenminister Mohamed Bazoum, trat für die Regierungspartei PNDS an und erhielt 39,6 Prozent der Stimmen. Ebenso wie der stärkste Oppositionskandidat Mahamane Ousmane (16,9 Prozent) erreichte er jedoch nicht die nötige Stimmenmehrheit, weshalb eine Stichwahl am 22. Februar nötig wird.

In den vergangenen Jahren hatte Europa Druck auf die nigrische Regierung ausgeübt, den Menschenschmuggel einzudämmen. Zudem gilt Niger als wichtiger Partner der EU im Kampf gegen Terrorismus in der Sahelzone. (dpa)

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