+
Schon in den vergangenen Tagen hatte das Militär fast 300 weibliche Geiseln befreit. Foto: Henry Ikechukwu

Nigerias Armee befreit 160 Boko-Haram-Geiseln

Die Terrorgruppe Boko Haram gerät in Nigeria immer mehr in Bedrängnis. Die Armee hat wieder Camps der Islamisten aufgespürt und zahlreiche Geiseln befreit. Viele Kämpfer sind tot. Aber wo sind die Mädchen aus Chibok?

Abuja (dpa) - Die nigerianischen Streitkräfte haben im Nordosten des Landes erneut 160 Frauen und Kinder aus der Gewalt der Islamistenmiliz Boko Haram befreit und der Terrorgruppe damit einen weiteren schweren Schlag versetzt.

Bei den ehemaligen Geiseln handele es sich um 60 Frauen und 100 Mädchen und Jungen, sagte ein Militärsprecher. Ob unter den befreiten Mädchen auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok sind, war zunächst unklar.

Bei der Militäraktion im dichten Sambisa-Wald seien ein Soldat getötet und vier weitere verletzt worden, zitierte die Zeitung "Premium Times" am Donnerstag Armeesprecher Sani Usman. Hunderte Boko-Haram-Kämpfer seien bei stundenlangen Gefechten getötet worden. 

Bereits in den vergangenen Tagen hatte das Militär fast 300 weibliche Geiseln befreit, die in Camps der Islamisten festgehalten wurden. Sie stammen aus dem Dorf Bumsiri im nordöstlichen Bundesstaat Damboa und sollen schon bald mit ihren Familien vereint werden. Die Geiseln werden in der Regel zum Übertritt zum Islam gezwungen, zwangsweise verheiratet oder als Sklavinnen gehalten. 

Ob unter den jetzt befreiten Mädchen auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok sind, muss noch geklärt werden. Die Terrorgruppe hatte dort im April vergangenen Jahres über 200 überwiegend christliche Mädchen aus ihren Schlafsälen verschleppt. Die Entführung hatte für weltweites Entsetzen gesorgt. Auch gab es Aktionen über soziale Netzwerke, an denen sich viele Prominente beteiligt hatten.

Die Boko Haram will im Norden Nigerias einen sogenannten Gottesstaat errichten und verbreitet seit 2009 in der Region ihren blutigen Terror. Bei Anschlägen der Dschihadisten sind Schätzungen zufolge mindestens 14 000 Menschen getötet worden, rund 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Laut Amnesty International hat Boko Haram allein seit dem vergangenen Jahr rund 2000 Mädchen und Frauen entführt. Seit Monaten unterstützen Truppen aus den Nachbarländern wie Niger, Tschad und Kamerun die Truppen Nigerias bei ihrem Kampf.

Premium Times Bericht

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seehofer nennt Zeitpunkt seines Rücktritts - Nachfolger dürfte klar sein
Als CSU-Chef will er abtreten, als Innenminister wohl noch nicht: Horst Seehofer hat mit seiner Ankündigung einmal mehr viele überrascht. Am Freitag ist er nun konkret …
Seehofer nennt Zeitpunkt seines Rücktritts - Nachfolger dürfte klar sein
Kramp-Karrenbauer: CDU-Vorsitz kein Vehikel für Kanzleramt
Berlin (dpa) - CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Konkurrenten um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, davor gewarnt, den Spitzenposten nur als …
Kramp-Karrenbauer: CDU-Vorsitz kein Vehikel für Kanzleramt
„Heute Journal“: Merz kontert Kleber im ZDF - und lässt zwei wichtige Fragen unbeantwortet
Der Kampf um die Nachfolge von Angela Merkel tobt. In Lübeck stellten sich die drei möglichen Kandidaten Kramp-Karrenbauer, Spahn und Merz den Parteimitgliedern. Alle …
„Heute Journal“: Merz kontert Kleber im ZDF - und lässt zwei wichtige Fragen unbeantwortet
Seehofer tritt am 19. Januar als CSU-Chef zurück
Mit Spannung hat die CSU auf eine finale Entscheidung zur Zukunft ihres Parteichefs gewartet. Nun hat sich Horst Seehofer geäußert.
Seehofer tritt am 19. Januar als CSU-Chef zurück

Kommentare