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Ein Mann flieht mit seiner kahl rasierten Tochter aus dem al-Refai Viertel von Mossul, Irak, vor den Kämpfen zwischen irakischen Truppen und Kämpfern des Islamischen Staats IS.

Rückeroberung von Mossul

Noch 200.000 Zivilisten im Kreuzfeuer von IS und Armee

Die Offensive der Armee in Mossul kommt wegen der großen Zahl von verbliebenen Zivilisten nur langsam voran. Diese finden sich im Kreuzfeuer von Armee und IS.

Mossul - Die vielen Zivilisten in der noch immer von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehaltenen Altstadt behinderten den Vormarsch der Armee, sagte der Militärsprecher Jahja Rassul am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. 

Millionenstadt seit drei Jahren unter Kontrolle des IS

Hunderte Familien hätten sich durch gesicherte Fluchtkorridore in Sicherheit gebracht, sagte Rassul. Nach UN-Angaben haben seit Beginn der Mossul-Offensive im Oktober mehr als 750.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Demnach befinden sich aber noch immer rund 200.000 Zivilisten in den von der IS-Miliz kontrollierten Vierteln der Großstadt. 

Die Dschihadisten hatten die nordirakische Millionenstadt im Sommer 2014 bei einer Blitzoffensive eingenommen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Nach jahrelanger Vorbereitung startete die irakischen Armee mit Unterstützung schiitischer Milizen und der US-Luftwaffe im Oktober schließlich eine Offensive zur Rückeroberung von Mossul. 

Zivilisten im Kreuzfeuer

Die Armee stößt auf erbitterten Widerstand der IS-Miliz, die sich lange auf die Offensive vorbereitete. Scharfschützen der Dschihadisten werden beschuldigt, auch auf fliehende Zivilisten zu schießen. Den irakischen Streitkräften wiederum wird vorgeworfen, ungelenkte Raketen und andere Waffen einzusetzen, die leicht zu Opfern unter der Zivilbevölkerung führen können. 

Die US-geführte Anti-IS-Koalition musste vergangene Woche eingestehen, dass bei einem ihrer Luftangriffe 105 Zivilisten getötet wurden, als in dem bombardierten Gebäude gelagerte Munition explodierte. Der Verlust von Mossul wäre für die IS-Miliz ihre bisher schwerste Niederlage, doch würde sie wohl nicht das Ende der Extremistengruppe bedeuten. 

afp

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