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MM-Redakteur Mike Schier.

Kommentar von Mike Schier

"Schweiniday" für Kantinen: Ein ziemlich durchsichtiges Manöver

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München - Die CDU-Fraktion in Schleswig-Holstein verlangt Schweinefleisch auf dem Mittagstisch. Doch soll der Staat sich einmischen, was auf den Tisch kommt? Die einfache Antwort lautet: Nein.

Die CDU Schleswig-Holstein hätte es wissen können: Freundliche Empfehlungen von Parteien, was der Bürger in seiner Kantine zu essen habe, stoßen auf wenig Begeisterung. Die Grünen mussten dies im letzten Wahlkampf leidvoll erfahren, als sie einen (freiwilligen) Veggieday forderten und fortan als Verbotspartei verspottet wurden. Jetzt verlangt die CDU-Fraktion im Norden Schweinefleisch auf dem Mittagstisch. Und es ergeht ihr ähnlich.

Nun wird dem Oberbayern nicht ganz zu Unrecht nachgesagt, Schweinsbraten und Schnitzel gehörten wie Knödel und Bier zu seinen Grundnahrungsmitteln. Trotzdem darf man hinter die CDU-Begründung, man wolle mit der Forderung eine „gesunde und ausgewogene Ernährung“ sichern, ein kleines Fragezeichen setzen. Gesund? Ernsthaft? Eher geht es der Fraktion wohl um ein Signal gegen „falsch verstandene Rücksichtnahme“ gegenüber Minderheiten. Passt ja gut in die Zeit mit ihrer aufgeregten Flüchtlingsdiskussion. Ein ziemlich durchsichtiges Manöver.

Die Frage lautet doch: Soll sich der Staat überhaupt einmischen, was auf den Tisch kommt? Die einfache Antwort: Nein. Die Bürger können selbst entscheiden. Und wer jemals bei einem Kita-Elternabend zum Thema Essen war, hat ohnehin gelernt: Man hält sich besser raus.

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