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Brandsätze wurden geschleudert und eine 29-jährige Journalistin wurde getötet. In Derry herrschte „Terror“, so bezeichnete es die Polizei. Jetzt wurde eine 57-jährige Frau festgenommen.

21 Jahre nach Karfreitagsabkommen

Nordirland: Getötete Journalistin wird beigesetzt - New IRA bittet "aufrichtig um Entschuldigung"

Im nordirischen Derry wurde eine 29-jährige Journalistin erschossen. Die paramilitärischen Splittergruppe New IRA entschuldigte sich: Die Reporterin sei "tragischerweise getötet" worden.

Update vom 23. April, 20.07 Uhr:

Die in Nordirland durch einen Schuss der paramilitärischen Splittergruppe New IRA getötete Journalistin Lyra McKee wird am Mittwoch beigesetzt. Die Beerdigung der 29-Jährigen ist für 14.00 Uhr in Belfast geplant. McKee war am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen im nordirischen Derry erschossen worden.

Die New IRA bekannte sich am Dienstag zu dem tödlichen Schuss und bat die Angehörigen der Frau "aufrichtig um Entschuldigung". Die Reporterin sei "tragischerweise getötet" worden, als sie an der Seite "feindlicher Kräfte" gestanden habe. Der gewaltsame Tod der 29-Jährigen weckte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts, in dem rund 3500 Menschen getötet wurden.

Journalistin in Nordirland erschossen: Neue Verdächtige festgenommen

Update vom 23. April, 10.05 Uhr: Im Zusammenhang mit der Tötung der Journalistin Lyra McKee im nordirischen Derry ist eine 57-jährige Frau festgenommen worden. Zwei am Samstag festgenommene junge Männer seien dagegen freigelassen worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. McKee hatte am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen in Derry einen tödlichen Kopfschuss erlitten, die paramilitärische Gruppe New IRA bekannte sich zu der Tat.

Journalistin in Nordirland erschossen: Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Update vom 20. April, 10.35 Uhr: Nach dem Tod einer Journalistin am Rande von schweren Ausschreitungen im nordirischen Derry hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Die beiden jungen Männer im Alter von 18 und 19 Jahren wurden zum Verhör in eine Polizeiwache in Belfast gebracht, wie die nordirische Polizei am Samstag mitteilte. Die Polizei hatte den Tod der 29-jährigen Lyra McKee in der Nacht zum Karfreitag als "terroristischen Vorfall" bezeichnet und Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.

Die Erstmeldung vom 19. April: Journalistin in Nordirland erschossen - Polizei spricht von „Terror“

Derry - Zwei Jahrzehnte nach dem Karfreitagsabkommen ist im nordirischen Derry am Rande von schweren Ausschreitungen eine Journalistin erschossen worden. Die Polizei bezeichnete den Tod der 29-jährigen Lyra McKee in der Nacht zum Karfreitag als "terroristischen Vorfall" und nahm Ermittlungen wegen Mordes auf. Führende Politiker verurteilten die Tat aufs Schärfste. Der Vorfall zeigt die angespannte Lage in Nordirland, die im Brexit-Drama eine entscheidende Rolle spielt.

McKee sei getroffen worden, als ein Mann im Wohnviertel Creggan auf Polizisten geschossen habe, sagte der Vize-Chef der nordirischen Polizei, Mark Hamilton. Die Sicherheitskräfte seien im Einsatz gewesen, weil rund 50 Brandsätze gegen die Polizei geschleudert worden seien. Zwei Fahrzeuge seien in Brand gesetzt worden.

Die Journalistin Lyra McKee wurde in der Nacht auf Karfreitag getötet. Die britische Polizei spricht von Terror.

Die 29-Jährige sei verletzt worden und im Krankenhaus gestorben. McKee hat viel über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben und war unter anderem für das Magazin "The Atlantic" und Buzzfeed News tätig. Noch am Donnerstagabend hatte sie ein Foto im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlicht, das die Unruhen in Creggan zeigte. "Derry heute Abend. Völlig verrückt", schrieb sie dazu.

Polizei: Schütze ist ein „gewalttätiger Nationalist“ - „behandeln das als terroristischen Vorfall“

Der Schütze sei ein "gewalttätiger Nationalist", sagte Vize-Polizeichef Hamilton. "Wir behandeln das als terroristischen Vorfall und haben Mordermittlungen eingeleitet."

In den Online-Netzwerken veröffentlichte Fotos zeigten brennende Fahrzeuge und Vermummte, die Molotowcocktails und Sprengkörper auf Polizeifahrzeuge werfen. Die Ausschreitungen trugen sich vor dem Osterwochenende zu - 21 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen und zu einem Zeitpunkt, zu dem irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten in Dublin im Jahr 1916 erinnern.

Irland und EU verurteilen Gewalt in Derry

Irlands Regierungschef Leo Varadkar warnte, "wir dürfen nicht zulassen, dass diejenigen, die Gewalt, Angst und Hass verbreiten, uns in die Vergangenheit zurückwerfen". Die britische Premierministerin Theresa May bezeichnete die Tat als "schockierend und wirklich sinnlos".

Ein Sprecher der EU-Kommission sprach von einem "furchtbaren Zwischenfall". Die Kommission vertraue darauf, dass die britischen Behörden "die genauen Umstände dieses tragischen Ereignisses" aufklären würden.

Die Vorsitzende der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP), Arlene Foster, verurteilte die "sinnlose" Gewalt. "Diejenigen, die in den 70er, 80er und 90er Jahren Schusswaffen in unsere Straßen gebracht haben, lagen falsch. 2019 ist es genauso falsch", erklärte sie.

Arlene Foster am Freitag in Derry.

Auch die Vize-Chefin der irisch-republikanischen Partei Sinn Fein, Michelle O'Neill, verurteilte den Tod der jungen Frau. Sinn Fein ist historisch mit „Provisional Irish Republican Army“ verbunden und wurde zeitweise als „politischer Arm der IRA“ betrachtet. "Das war ein Angriff auf die Gemeinschaft, ein Angriff auf den Friedensprozess und auf das Karteifreitagsabkommen", sagte O‘Neill.

Nordirland: Anstieg der Gewalt im Zuge des Ringens um eine Brexit-Lösung für Nordirland

Das Karfreitagsabkommen von 1998 hatte den Nordirland-Konflikt beendet. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft. Seit den 60er Jahren starben dabei 3500 Menschen, viele wurden von der Untergrundorganisation IRA getötet.

Die Stadt Derry, von den Protestanten Londonderry genannt, war 1972 Schauplatz des "Bloody Sunday". Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. 14 Menschen wurden getötet.

In den vergangenen Monaten kam es wieder zu einem Anstieg der Gewalt in Nordirland. Die Polizei macht dafür die paramilitärische Gruppe "New IRA" verantwortlich. Im Januar detonierte in Derry eine Autobombe.

Das Karfreitagsabkommen sieht neben der Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken eine Grenze zwischen Irland und Nordirland ohne Kontrollen vor. Die Grenzfrage ist einer der zentralen Knackpunkte im Brexit-Streit. Die EU-Staaten sehen das Karfreitagsabkommen gefährdet, sollten im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU wieder Grenzkontrollen zwischen Nordirland und Irland eingeführt werden.

In Sri Lanka kam es nun offenbar zu mehreren terroristischen Anschlägen. Hunderte Menschen starben und wurden schwer verletzt. Nun hat der Islamische Staat die Tat für sich reklamiert.

AFP/fn

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