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Ein Frau verfolgt das Treffen von Bill Clinton (r.) und Kim Jong Il im Fernsehen.

Nordkorea: Bill Clinton trifft Kim Il Sung

Seoul - Die USA haben überraschend Bill Clinton nach Nordkorea geschickt, um die Freilassung von zwei inhaftierten Journalistinnen zu erwirken.

Als erster hochrangiger US-Politiker seit neun Jahren traf der

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Expräsident am Dienstag mit Staatschef Kim Jong Il zusammen. Clinton habe “höflich“ eine mündliche Botschaft von US-Präsident Barack Obama übermittelt, hieß es in einer Meldung der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Kim habe sich dafür bedankt. Bei dem Gespräch habe es einen “weitreichenden Meinungsaustausch“ gegeben.

Bei der Ankunft auf dem Flughafen von Pjöngjang wurde Clinton von Vizeaußenminister Kim Kye Gwan und einem ranghohen Vertreter des Parlaments begrüßt. Sogar Blumen gab es für den Gast aus Washington. Ein Mädchen überreichte dem lächelnden Besucher einen Strauß, wie Aufnahmen der Fernsehnachrichtenagentur APTN vom Flughafen zeigen.

Bilder: Das ist Nordkorea

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Clinton ist in Nordkorea in guter Erinnerung, da das Verhältnis zu den USA in seiner Regierungszeit vergleichsweise entspannt war. Der ungewöhnlich warme Empfang kommt in einer Zeit zunehmender Spannungen zwischen beiden Staaten, da das kommunistische Nordkorea seine Atom- und Raketenrüstung forciert. Kim Kye Gwan ist auch Chefunterhändler im Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft.

Es handle sich um eine “rein private Mission, um die Freilassung der beiden Amerikanerinnen zu erreichen“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. Um dem Erfolg der Reise nicht zu schaden, gebe es bis zu ihrem Abschluss keine weiteren Informationen.

Eiszeit begann mit Bush

Der letzte hochrangige Gast aus Washington , der mit Kim zusammentraf, war im Jahr 2000 die damalige Außenministerin Madeleine Albright. Im Jahr 2001 begann mit dem Amtsantritt von George W. Bush im Weißen Haus die bis jetzt andauernde Eiszeit. Nach dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama hat Nordkorea verstärkt sein Interesse an direkten Verhandlungen mit den USA bekundet. Das Verhältnis wurde aber durch die jüngsten Atom- und Raketentests belastet. Clintons Frau, US-Außenministerin Hillary Clinton , verglich das Regime in Pjöngjang unlängst mit einem kleinen Kind, das auf sich aufmerksam machen wolle.

Daraufhin erklärte das nordkoreanische Außenministerium, die Ministerin sei eine “komische Dame“, die die elementaren Etikette der internationalen Gemeinschaft nicht kenne. Manchmal wirke sie wie ein kleines Schuldmädchen. Die beiden Journalistinnen Ling und Lee waren im März im Grenzgebiet zu China festgenommen und im Juni zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden, unter anderem wegen illegaler Einreise. Ling und Lee waren für Current TV im Einsatz , ein Fernsehangebot, das vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore mitgegründet wurde.

Die USA und Nordkorea unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Im Bemühen um die Freilassung der beiden Journalistinnen war Expräsident Clinton immer wieder als möglicher Unterhändler im Gespräch, ebenso wie sein ehemaliger Vizepräsident Gore. Der republikanische Senator Lindsey Graham äußerte die Hoffnung, dass die Reise Clintons auch dazu beitrage, die Sackgasse in den Atomverhandlungen mit Nordkorea zu überwinden. Vor allem aber schaue jetzt die ganze Welt zu, wie sich die Führung in Nordkorea gegenüber Clinton verhalten werde, sagte Graham dem Fernsehsender NBC.

ap

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