+
Das Oberkommando der nordkoreanischen Volksarmee unterstellte den USA, einen Angriff vorzubereiten und das Regime von Machthaber Kim Jong Un stürzen zu wollen. Pjöngjang droht mit Militärschlägen gegen die USA und Südkorea. Foto: Yna

Nordkorea droht mit Militärschlägen gegen USA und Südkorea

Nordkorea verschärft wieder den Ton. Wie Vorjahren fühlt sich das Regime von geplanten Manövern der USA mit Südkorea provoziert. Pjöngjang wechselt reflexartig in einen Drohmodus.

Seoul (dpa) - Vor den jährlichen Frühjahrsübungen der Streitkräfte der USA und Südkoreas hat Nordkorea beiden Ländern mit militärischen Präventivschlägen gedroht.

Demnach wird das erste Ziel eines möglichen Militärschlages der Präsidentenpalast in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sein. Das Oberkommando der nordkoreanischen Volksarmee unterstellte den USA, einen Angriff vorzubereiten und das Regime von Machthaber Kim Jong Un stürzen zu wollen.

Die strategischen und taktischen Einheiten der Volksarmee würden in Bereitschaft für einen Erstschlag gehen, hieß es in der von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung. Die feindlichen Kräfte würden zurückgeschlagen, sollte es geringste Anzeichen für ihre "sogenannte Enthauptungsoperation" geben.

Weitere Angriffszeile seien im Fall einer Provokation US- Militärstützpunkte in der Region Asien-Pazifik sowie amerikanisches Festland. Nordkorea verfüge über "die kräftigsten und ultramodernsten Angriffsmittel", hieß es.  

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seit dem vierten Atomtest Nordkoreas im Januar und einem ebenfalls weltweit kritisierten Raketenstart des Landes einen Monat später sehr angespannt. Während Nordkorea von einem Satellitenstart sprach, sieht die internationale Staatengemeinschaft darin den verdeckten Test einer Langstreckenrakete, die atomar bestückt werden könnte. 

Südkoreas Verteidigungsministerium hatte angekündigt, im nächsten Monat als Antwort auf einen Atomtest und Raketenstart die bisher größten Militärübungen mit dem Verbündeten USA beginnen zu wollen.

Ein genauer Termin für die üblicherweise mehrere Wochen dauernden Frühjahrsübungen wurde zunächst nicht genannt. Südkorea hatte zuletzt als Sanktion gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang einen gemeinsam betriebenen Industriepark auf nordkoreanischem Boden geschlossen. 

Nordkorea fühlt sich regelmäßig durch die Manöver der USA mit Südkorea provoziert. Die beiden Länder bestreiten, einen Angriff vorzubereiten. Die USA haben in Südkorea als Abschreckung 28 500 Soldaten stationiert. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Roth zu Jamaika-Bündnis: „Man muss es eben auch wollen“
Die Jamaika-Sondierungsgespräche gehen am Freitag in eine weitere Runde. Einzelgespräche sollen helfen, um bis Sonntag fertig zu werden. Im News-Ticker bekommen Sie alle …
Roth zu Jamaika-Bündnis: „Man muss es eben auch wollen“
Islamfeindlichkeit in Bayern: Markus Rinderspacher (SPD) warnt vor negativen Stimmungen in Bayern
Vor einigen Jahren waren islamfeindliche Aktionen noch eine seltene Ausnahme. Inzwischen werden sie bereits differenziert von der Polizei in Statistiken erfasst. Und …
Islamfeindlichkeit in Bayern: Markus Rinderspacher (SPD) warnt vor negativen Stimmungen in Bayern
Ärger über Gabriel: Riad ruft Botschafter aus Berlin zurück
Nach zwei Wochen Spekulationen über sein Schicksal ist der libanesische Premier in Frankreich eingetroffen. Bundesaußenminister Gabriel hatte die Außenpolitik …
Ärger über Gabriel: Riad ruft Botschafter aus Berlin zurück
Nach Kritik an Horst Seehofer: Geheimplan von Ilse Aigner durchgesickert
Immer mehr Menschen in Bayern fordern den Rücktritt des derzeitigen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Doch was passiert danach? Wirtschaftsministerin Ilse Aigner …
Nach Kritik an Horst Seehofer: Geheimplan von Ilse Aigner durchgesickert

Kommentare