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10.000 südkoreanischen Streitkräfte bei ihrer jährlichen "Key Resolve"-Übung mit 3.500 US-Soldaten

Wichtige Telefonleitung gekappt

Nordkorea: Entscheidende Schlacht beginnt

Seoul - Nordkorea hat die wichtigste Telefonleitung nach Südkorea gekappt und offiziell bekannt gegeben, dass die Zeit der Entscheidungsschlacht nun gekommen sei. Der Waffenstillstand gelte nicht mehr.

Nordkorea fühlt sich nach Berichten der Staatsmedien wie angekündigt ab sofort nicht mehr an das seit 60 Jahren gültige Waffenstillstandsabkommen auf der koreanischen Halbinsel gebunden. Die Zeit der Entscheidungsschlacht sei gekommen, hieß es am Montag in einem Artikel der offiziellen Zeitung „Rodong Sinmun“. Das Abkommen sei „von heute an“ vollständig ungültig. Unmittelbare Kriegsgefahr sehen Beobachter aber trotzdem nicht.

Nach dem Beginn neuer amerikanisch-südkoreanischer Militärübungen hat Nordkorea außerdem - wie zuvor angedroht - eine wichtige Kommunikationsleitung mit Südkorea an der Grenze unterbrochen. Nordkorea hebe das Telefon auf seiner Seite des Grenzorts Panmunjom nicht mehr ab, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul am Montag. Über diese „Rote-Kreuz-Leitung“ würden werktags normalerweise zwei Anrufe zwischen beiden Seiten erfolgen.

Trotz der jüngsten militärischen Drohungen Nordkoreas starteten die südkoreanischen Streitkräfte mit US-Einheiten wie geplant ihre jährliche Übung zur Kommandoschulung („Key Resolve“). Daran sind 10.000 südkoreanische und 3.500 US-Soldaten beteiligt. Seit Anfang März finden bereits ihre mehrwöchigen Frühjahrsfeldübungen in Südkorea statt. Nordkorea unterstellt den USA, mit den Übungen einen Nuklearkrieg anzetteln zu wollen.

Auch Nordkorea führt derzeit Militärübungen durch

Auf nordkoreanischer Seite sind ebenfalls Militärübungen im Gange. Nach südkoreanischen Angaben sind daran das Heer, die Marine und die Luftwaffe Nordkoreas beteiligt. Allerdings gebe es keine militärischen Aktionen, die man für verdächtig halte, erklärte das südkoreanische Verteidigungsministerium.

Trotz der Spannungen blieben am Montag auch einige Abläufe zwischen den beiden koreanischen Staaten völlig normal. Das Militär und die Luftfahrtbehörden der Gegner halten nach wie vor zwei Kommunikationskanäle offen. Eine dieser beiden Hotlines wurde am Montag genutzt, um Hunderten Südkoreanern, die in Nordkorea arbeiten, die Einreise zu erlauben. Sie sind in dem gemeinsam von beiden Staaten betriebenen Industriekomplex Kaesong tätig.

Experten sehen trotz der jüngsten Spannungen noch keine unmittelbare Gefahr, dass während der Militärübungen Kämpfe ausbrechen. Vielmehr sollten die Drohgebärden Nordkoreas die Unterstützung für den jungen neuen Führer Kim Jong Un stärken.

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„Dies ist Teil ihrer waghalsigen Politik“, sagte Daniel Pinkston von der Forschungseinrichtung International Crisis Group in Seoul. „Es soll ihre Entschlossenheit zeigen und ihre Absicht, größere Risiken einzugehen in der Erwartung, dass alle anderen einknicken und ihnen geben, was sie wollen.“ Pinkston erwartet allerdings, dass Nordkorea seine undurchsichtige Drohung wahr machen könnte, an einem Ort und zu einer Zeit seiner Wahl zu reagieren.

Nordkorea hatte zuletzt fast täglich vor einem Krieg gewarnt. Zugleich hatte das kommunistische Land die Annullierung des Waffenstillstandsvertrags von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs angekündigt, den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht und einen Nichtangriffspakt mit Südkorea für ungültig erklärt. Pjöngjang reagiert damit auf die Militärmanöver in Südkorea sowie auf den wachsenden internationalen Druck wegen seines Atomwaffenprogramms.

dpa/AP

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