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Ein Bildschirm zeigt den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un (3. v. r.) am 10. Oktober bei einer Militärparade in Pjöngjang. 

Zum 70. Jahrestag der regierenden Arbeiterpartei

Nordkorea "furchtlos" zu "jedem Krieg" mit den USA bereit

Pjöngjang - Mit einer massiven Heerschau demonstrierte der "Atomwaffenstaat" Nordkorea zum 70. Jahrestag der regierenden Arbeiterpartei am Samstag in der Hauptstadt militärische Stärke.  

Zum 70. Jahrestag der regierenden Arbeiterpartei hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un "furchtlos" zum Krieg mit den USA bereit gezeigt. Im martialischen Stil der seit Jahrzehnten regierenden Herrscherdynastie sagte Kim Jong Un am Samstag bei einer Militärparade in Pjöngjang, die Streitkräfte würden "jede Art von Krieg" bestreiten, den die USA provozierten. 

Tausende Soldaten marschierten im Stechschritt durch die nordkoreanische Hauptstadt, zehntausende Menschen applaudierten. Die Vorbereitungen für das Großereignis liefen bereits seit Mai. Im ganzen Land wurden vor der Parade Statuen früherer Parteiführer errichtet sowie Plakate und Fahnen aufgehängt. Bei der Parade auf dem Kim-Il-Sung-Platz wurden hunderte Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Raketen-Lafetten aufgefahren. An den Gebäuden hingen Banner en mit dem Hammer- und-Sichel-Zeichen der Kommunistischen Partei, zudem blau-weiß-rote Nationalflaggen. Über dem Platz schwebte ein Gasballon mit dem Banner "Lang lebe die unbesiegbare Arbeiterpartei Koreas!" 

International ist Nordkorea weitgehend isoliert. Die Volksrepublik China war als einziges Land hochrangig repräsentiert - durch Liu Yunshan aus dem Ständigen Ausschuss des Politbüros. Liu überreichte Kim Jong Un bei einem Treffen am Freitag ein Schreiben des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Bei dieser Gelegenheit äußerte Kim laut einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua die Bereitschaft, die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea zu verbessern. 

Nach dem Koreakrieg (1950-53) wurde nie ein offizieller Friedensvertrag zwischen beiden Staaten geschlossen. Das verarmte, aber mit Atomwaffen ausgerüstete Nordkorea droht in unregelmäßigen Abständen mit einer Zerstörung Südkoreas und der USA. Nordkorea hat bereits drei Atomwaffentests ausgeführt. Es bestehen aber Zweifel, ob das nordkoreanische Atomwaffenprogramm ausreicht, um Atomsprengköpfe mit Raketen zu weit enfernten Zielen zu tragen. 

Das Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (Isis) in den USA kam in dieser Woche zu dem Schluss, Nordkorea könne Atomsprengköpfe auf Nodong-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 1300 Kilometern montieren - wobei die Treffsicherheit ungewiss sei. Kim Jong Un führt das Land seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011. Begründer der Herrscherdynastie ist Kim Il Sung, der seit 1948 an der Spitze der Demokratischen Volksrepublik Korea stand und 1994 im Alter von 82 Jahren starb.

afp, dpa

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