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Nordkoreas Führer Kim Jong Un.

US-Militär ist sich sicher

Kann Nordkorea Atom-Sprengkopf bauen?

Seoul/Washington - Nordkorea lässt keine Zweifel, dass es eine Atomstreitmacht aufbauen möchte. Ist dem kommunistischen Regime jetzt ein Durchbruch bei der Entwicklung von Atomraketen gelungen?

Nordkorea ist nach Einschätzung des US-Militärs in seinem Atomwaffenprogramm weiter fortgeschritten als bisher angenommen. Demnach ist Nordkorea prinzipiell in der Lage, einen passenden Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen und diese auch abzufeuern. „Ich denke, dass sie an diesem Punkt über die Fähigkeit verfügen, die Vorrichtung (Bombe) stark verkleinert zu haben“, sagte der Befehlshaber der US-Streitkräfte in Südkorea (USFK), Curtis Scaparrotti, am Freitag (Ortszeit) im Verteidigungsministerium in Washington. Außerdem habe Nordkorea die Technologie, „das wirklich auch zu liefern, was sie sagen, zu haben“.

Der General machte zugleich deutlich, dass er nicht wisse, ob Nordkorea auch tatsächlich schon eine funktionsfähige Atomrakete habe. „Wir haben bisher nicht gesehen, dass sie eine getestet haben.“ Ohne Tests bei einer so komplizierten Vorrichtung sei die Wahrscheinlichkeit, auch wirksam zu sein, sehr gering. Als Kommandeur müsse er jedoch davon ausgehen, dass das Land die Kapazitäten habe, alle Komponenten zusammenzuführen.

US-Außenminister John Kerry bekräftigte indes, Washington sei weiter offen für einen Dialog mit dem kommunistischen Regime in Pjöngjang. Allerdings werde es keine Gespräche um der Gespräche willen geben. „Nordkorea muss demonstrieren, dass es es ernst meint mit der Denuklearisierung“, sagte Kerry nach einem Treffen mit Südkoreas Außenminister Yun Byung Se am Freitag in Washington.

Nordkorea hat in den vergangenen Jahren drei Atomtests und verschiedene Tests von Raketen mit langer Reichweite durchgeführt. Der UN-Sicherheitsrat reagierte mit Sanktionen. Der bisher letzte Atomtest fand im Februar 2013 statt.

Bisher hegten Regierungs- und Expertenkreise in den USA und Südkorea allerdings Zweifel daran, ob Nordkorea bereits in der Lage ist, einen Atomsprengkopf zu bauen, der sich auf eine Rakete montieren lässt.

Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr noch einem entsprechenden Bericht des US-Geheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA) widersprochen. Darin hatte es geheißen, das nordkoreanische Regime verfüge „über Nuklearwaffen, die von ballistischen Raketen getragen werden können“. Doch gab es immer wieder Warnungen der USA und Südkoreas, dass Nordkorea mit jedem Atomtest diesem Ziel näher komme.

dpa

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