+
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erteilt Anweisungen an Generäle

Südkoreanische Arbeiter sitzen fest

Nordkorea kappt Telefonleitung zu Südkorea

Seoul - Wenige Wochen nachdem Nordkorea die vom Roten Kreuz betriebene Telefonleitung gekappt hat, wurde nun auch die wichtigste militärische Telefonverbindung unterbrochen. Die Folgen:

Begleitet von neuen Kriegsdrohungen hat Nordkorea das Kappen der einzigen militärischen Telefonverbindung zu Südkorea angekündigt, die zuletzt noch genutzt wurde. „In der Situation, in der jeden Moment ein Krieg ausbrechen kann, ist die Nord-Süd-Kommunikation nicht mehr nötig“, wurde der Delegationsleiter für die Militärgespräche mit Südkorea am Mittwoch von Staatsmedien zitiert. Südkorea sei über den Schritt unterrichtet worden.

Die Ankündigung kommt nach immer neuen militärischen Drohungen des kommunistischen Landes gegen Südkorea und die USA in den vergangenen Wochen. Pjöngjang reagiert damit auf die Ausweitung von UN-Sanktionen - nach einem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar - und jährliche südkoreanisch-amerikanische Militärübungen. Am Dienstag hatte Nordkoreas Militär mitgeteilt, alle Feldartillerie- und strategischen Raketeneinheiten seien bereit für einen Angriff auf das amerikanische Festland und US-Militärstützpunkte im Pazifik sowie gegen Ziele in Südkorea.

Erneut unterstellte der Militärvertreter am Mittwoch den USA und Südkorea, einen Atomkrieg vorzubereiten. Die Kommunikationskanäle würden unterbrochen und die Aktivitäten des Verbindungsbüros an der Westküste ab sofort eingestellt, hieß es. Vor mehr als zwei Wochen hatte Nordkorea bereits den „Heißen Draht“ gekappt, eine Rot-Kreuz-Leitung mit Südkorea an der Grenze.

Die sogenannte militärische Leitung an der Westküste, die nun unterbrochen werden soll, ist auch von Bedeutung für den Pendelverkehr. Tag für Tag kommen Hunderte Südkoreaner zum Arbeiten in den gemeinsamen Industriekomplex in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. Südkorea gibt jeden Morgen die Anzahl der Ein- und Ausreisenden per Telefon über die Leitung durch. Am Mittwoch seien mehr als 900 Südkoreaner dort ein- und ausgereist, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul.

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

2009 hatte Nordkorea die Leitung schon einmal getrennt, ebenfalls aus Protest gegen Militärmanöver in Südkorea. Damals waren aber noch alternative Kontaktmöglichkeiten genutzt worden. Derzeit sei die Leitung an der Westküste die einzige noch aktive militärische Verbindung gewesen, sagte die Sprecherin.

Unterdessen kündigten die nordkoreanischen Medien für die kommenden Tage ein „wichtiges“ Treffen des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei an. Es gehe darum, „über eine wichtige Sache für den siegreichen Fortschritt der koreanischen Revolution zu diskutieren und zu entscheiden“. Beobachter rechnen unter anderem mit Personalentscheidungen in der Führungsriege und politischen Weisungen. Das Treffen soll den Berichten zufolge noch im März sein. Am 1. April soll die Oberste Volksversammlung, das Parlament in Nordkorea, zu seiner Frühjahrssitzung zusammenkommen.

AP/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kommentar: Deutscher Prahlhans
In Europa tut die Bundesregierung so, als habe sie die wirtschaftspolitische Tugendhaftigkeit erfunden. Doch der neue Subventionsbericht entlarvt die Berliner …
Kommentar: Deutscher Prahlhans
News-Ticker: Hauptverdächtiger des Terroranschlags von Barcelona ist tot
Die Polizei hat den Hauptverdächtigen des Terroranschlags von Barcelona, Younes Abouyaaquoub, getötet. Das bestätigte sie über Twitter.  Alle Neuigkeiten finden Sie in …
News-Ticker: Hauptverdächtiger des Terroranschlags von Barcelona ist tot
Gabriel will Demokratie-Bewegung in Türkei unterstützen
Als Reaktion auf die jüngsten Auseinandersetzungen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan will Außenminister Sigmar Gabriel demokratische Bewegungen in der Türkei …
Gabriel will Demokratie-Bewegung in Türkei unterstützen
Türkei und Iran beraten Einsatz gegen kurdische Milizen
Die Türkei und der Iran haben nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Gespräche über einen gemeinsamen Einsatz gegen kurdische Milizen im Irak geführt.
Türkei und Iran beraten Einsatz gegen kurdische Milizen

Kommentare